Persönlichkeiten der Sudenburger Geschichte

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Ernst Bohn
Bild: Ev. Kirchspiel Magdeburg Süd

Ernst Bohn

Pastor

(* 11.03.1892 in Allstedt; † 22.06.1960 in Kassel)

Bohn war evangelischer Pfarrer an St. Ambrosius in Magdeburg-Sudenburg.

Leben:

Ernst Kurt Heinrich Christian Bohn wird am 11.03.1892 in Allstedt (bei Sangerhausen) geboren. Vater ist der Gerichtssekretär Christof Bohn, Mutter Elise Bohn, geb. Pfichler.
Bohn besucht das Gymnasium in Weimar, wo er Ostern 1910 seine Abiturprüfung ablegt. Anschließend studiert er Theologie in Jena und Leipzig.
Ab 1914 (1. Weltkrieg) leistet er Kriegsdienst und gerät in Gefangenschaft, aus der er erst 1920 heimkehrt.

Am 21.03.1920 wird Bohn in Allstedt ordiniert. Vom 01.04.-25.11.1920 ist er Pfarrvikar im Wolferstedt und ab 01.12.1920 in Heygendorf, wo er am 22.12.1920 Pfarrer der Gemeinde wird.
Im April 1922 heiratet er Margarete Kräuter (To. v. N.N. K., Pf. Heygendorf). Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor.

Nach 10 Jahren wechselt Bohn nach Magdeburg, wo er am 16.06.1931 die Stelle als 3. Pfarrer an St. Jacobi antritt. Die Familie bezieht eine Pfarrwohnung im Gemeindehaus, Jacobikirchstr. 3 (1. Eingang Blauebeilstr.). Seine beiden Kollegen wohnen ebenfalls in diesem Haus. [Adr 1932, 1936]
Am 16.01.1945 wird die Magdeburger Innenstadt durch einen schweren Luftangriff größtenteils zerstört. Die Kirche St. Jacobi wird schwer beschädigt und brennt aus. Auch das Gemeindehaus mit den Pfarr- und Schwesternwohnungen wird schwer beschädigt.

Nach der Zerstörung von St. Jacobi wird Bohn 1945 zunächst kommissarischer Pfarrer von St. Ambrosius in Magdeburg-Sudenburg. Die Gemeinde stand ohne Pfarrer da, nachdem der 1. Pfarrer, Bruno Spennemann, bei einem Luftangriff am 06.02.1945 ums Leben gekommen war. Er hatte die große Gemeinde alleine betreut, da seine drei Kollegen (Hans Rohr, Walter Szogs und Eberhard Schmock) zum Kriegsdienst eingezogen und noch nicht zurückgekehrt waren. Nach Kriegsende, noch im Jahr 1945, kehrten alle drei zurück. Bohn wurde offiziell zum 1. Pfarrer der Gemeinde gewählt.

Es gab Dringendes, was in der Gemeinde zu erledigen war. Die Kirche war durch Kriegseinwirkung leicht beschädigt worden und musste dringend repariert werden. Da die notwendigen Baustoffe nicht bewilligt wurden, konnte zunächst nur eine notdürftige Reparatur erfolgen. Auf eine Glaszuteilung zum Ersatz zerbrochener Kirchenfenster musste vier Jahre gewartet werden.
1946 konnte der Alte Friedhof durch einen Grundstückszukauf in der Friedenstraße erweitert werden. Dank Bohns Einsatz erteilten die Behörden auch die Genehmigung zum Bau einer dafür dringend notwendigen Einfriedungsmauer. Keine Selbstverständlichkeit, da der staatliche Gegenwind gegenüber der Kirche in der DDR ständig zunahm.
Unter Bohns Leitung gelingt für die Gemeinde eine weitere Pfarrstelle durchzusetzen, die Pfarrer Johannes Frank 1951 antritt.
Ein weiteres wichtiges Ereignis in Bohns Amtszeit folgt 1953: Die Entlassung des Gemeindebezirks St. Ambrosius-Süd als St. Michael in die Selbstständigkeit. Die Arbeit an St. Ambrosius setzt Bohn mit seinen Kollegen Szogs, Schmock und Frank fort.

Bohn bleibt 12 Jahre im Dienst der Gemeinde. Am 01.10.1957 tritt er 65-jährig wegen eines Herzleidens in den Ruhestand.
Am 09.02.1958 hält Bohn seinen Abschiedsgottesdienst und zieht zu seiner Tochter nach Kassel. Zwei Jahre später, am 22.06.1960, verstirbt Ernst Bohn im Alter von 68 Jahren in Kassel.

Quellen:

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Bearbeitungsstand: 14.08.2018