Die Industriegeschichte Sudenburgs

Firmenblatt: Bearbeitungsstand: 16.05.2018

W. A. Drenckmann, Dampfmühle

Von Gründung 1857 bis 1873 als "Dampf-Mahlmühle Schöttler & Co."

Firmendaten:

Gründung - Ende: 1857 - 1970
Gründer: Friedrich Wilhelm Schöttler (* 08.04.1829 in Osterode (Harz); † 20.06.1895 in Braunschweig)
Mitgesellschafter:
Wilhelm Adolf Drenckmann (* 24.10.1824 in Calbe (Saale); † 07.06.1899 in Magdeburg)
Standort(e): Halberstädter Straße 69, Höhe Kreuzung Südring (ehemals Halberstädter Chaussee 14b)
Produkt(e): Weizenmehl, Roggenmehl, Kartoffelmehl
Bemerkungen: F. W. Schöttler holte W. A. Drenckmann bereits 1852 als Prokurist in seine frühere Firma, die Eisengießerei und Maschinenbauanstalt Schöttler & Co. 
Briefkopf Mühle W. A. Drenckmann
Briefkopf W. A. Drenckmann, nach 1900.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]
Briefkopf Mühle W. A. Drenckmann
Dampfmühle W. A. Drenckmann, Magdeburg-Sudenburg
Zum 75. Firmenjubiläum 1932 erstellter Druck, nach einer Zeichnung gefertigt.

Bildquelle: museum-digital - Sachsen-Anhalt © Creative Commons 3.0 - CC-BY-NC-SA
Original: Museum Wolmirstedt, Sammlung Kulturgeschichte, InvNr. 5347

Dargestellt sind die Firmengebäude, aus südlicher Richtung gesehen. Neben einigen Mühlengebäuden sind der 1919 errichtete 40 Meter hohe Schornstein (rechts im Bild) und die 1929 errichtete Siloanlage (linke Bildseite) abgebildet.

Firmenchronik:

Jahr: Ereignis:
1857 Firmengründung als "Dampf-Mahlmühle Schöttler & Co."
Auf dem Firmengelände, an der Halberstädter Straße, existiert bereits ein 1821 erbautes eingeschossiges, teilweise aus Fachwerk errichtetes Wohnhaus, das ...
1870 Schöttler scheidet aus dem Unternehmen aus und verlagert seine unternehmerische Tätigkeit nach Braunschweig.
Anmerkung: Für seine dortigen Verdienste wurde ihm der Titel Kommerzienrat verliehen. Heute ist eine Braunschweiger Straße nach ihm benannt.
W. A. Drenckmann wird Alleininhaber der Firma.
1873 Umfirmierung der Firma in "W. A. Drenckmann".
1878 W. A. Drenckmanns Sohn Gustav Friedrich Adolf Max Drenckmann (* 16.10.1853 in Sudenburg; † 22.05.1928 in Magdeburg) tritt als Teilhaber in das Unternehmen ein.
1899 Nach dem Tod seines Vaters ist Max Drenckmann Alleininhaber.
1914 Max Drenkmanns Sohn Ernst Gottfried Adolf Drenckmann (* 21.01.1889 in Magdeburg; † 30.08.1977 in Düsseldorf) tritt als Teilhaber in das Familienunternehmen ein.
1919 Max Drenckmann übergibt 66-jährig seinem Sohn Gottfried die Leitung der Firma.
1919 Auf dem Mühlengelände wird ein 40 m hoher Schornstein errichtet.
1923 Neue Bürogebäude werden errichtet.
1924 Erweiterung der Speicher.
1927 Unterkunftsgebäude für die Arbeiter und Abortanlagen werden errichtet.
1928 Nach dem Tod seines Vaters wird Gottfried Drenckmann Alleininhaber des Unternehmens.
1929 Neubau einer Siloanlage.
1932
Briefkopf Mühle W. A. Drenckmann
Briefkopf W. A. Drenckmann von 1932, mit Bezeichnung "Dampfmühle".
[Bildquelle: Archiv T. Garde]
1934 Errichtung des Getreidesilos.
1937/38 Gottfried Drenckmann lässt ein neues sechsgeschossiges Mühlengebäude errichten.
1938 Überbrückung des über das Grundstück fließenden Baches, der Klinke.
1948 24.01.: In der Getreidemühle bricht ein Großbrand aus, dessen Ursache nie ermittelt werden konnte.
1953 Enteignung.
Das Unternehmen wird der Familie enteignet und als Werk III in das Kombinat Magdeburger Mühlenwerke eingegliedert. Gottfried Drenckmann siedelt daraufhin mit der Familie in die Bundesrepublik über.
1970 Die Mühle wird stillgelegt und später abgerissen.
Heute existiert nur noch das 1937 errichtete sechsgeschossige Gebäude. In dem umgebauten Gebäude (hinter der Bußgeldstelle) mahlen heute die Mühlen der Verwaltung: Es ist Sitz der Magdeburger Außenstelle des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt.
1977 Gottfried Drenckmann verstirbt am 30.08.1977 im Alter von 88 Jahren in Düsseldorf.
   
1997 Errichtung der W.A. Drenckmann-Stiftung

1997 durch Jutta Penkert, Magdeburg, im Gedenken an ihren Urgroßvater Wilhelm Adolph Drenckmann errichtet.
Kinderonkologie an der Universität Magdeburg.
Förderung der deutschlandweiten Erfassung von Tumoren des Nebennierenmarks im Kindes- und Jugendalter an der Universitätskinderklinik Magdeburg.
Stiftungsvermögen: 450.000 Euro.
Jährliches Fördervolumen:15.000 Euro.
Antragstellung: Die Stiftung fördert ausschließlich die Kinderonkologie der Universität Magdeburg.
Quelle: Deutsches Stiftungszentrum - W.A.-Drenckmann-Stiftung

Quellen:

Weblinks:

Info:

Alte Bilddokumente der Mühle befinden sich in der Sammlung Brösel, Stadtarchiv.

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