Die Industriegeschichte Sudenburgs

Firmenblatt: Bearbeitungsstand: 27.02.2020

Max Heyne Kreidefabrik

VVB Sachsenanhalt - Werk Kreidefabrik Magdeburg

VEB Kreide- und Putzmittelwerk Magdeburg-Sudenburg

VEB (K) BONA-WERK Magdeburg

Firmendaten:

Gründung - Ende: 1893 - >=1945
Gründer: Max Heyne (* 18??, † 19??)
Standort(e): ?, Magdeburg-Neustadt
Sudenburger Wuhne 29.30, MD-Sudenburg
Produkt(e): Tafelkreide
Bemerkungen:  
B_Heyne/1897_Heyne_Briefkopf_w.jpg
Briefkopf der Farben- und Kreidefabrik Max Heyne von 1897.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]

Firmenchronik:

Jahr: Ereignis:
1893 Firmengründung als
Max Heyne - Farben-Fabrik - Kreide-Fabrik -
1897 Standort der "Farben- ind Kreidefabrik Max Heyne" ist Magdeburg-Neustadt.
Vor 1917 erfolgt ein Umzug nach Magdeburg-Sudenburg, an die Sudenburger Wuhne.
1915 Die Kistenfabrik Eduard Kuhl produziert noch am Standort Halberstädter Straße 20, ein Umzug auf das Grundstück von Max Heyne an die Sudenburger Wuhne steht aber kurz bevor.

B_Heyne/1897_Heyne_Briefkopf_w.jpg
Briefkopf der Kistenfabrik Eduard Kuhl von 1915.
[Bildquelle: Archiv T. Garde (Nachlass Thiede)]
1916 Der Umzug auf ein im Stadtteil Sudenburg erworbenes Grundstück ist inzwischen erfolgt. Da eine Nummerierung der Sudenburger Wuhne noch nicht erfolgt ist, wird der Standort zunächst als "Heyne'sches Grundstück" bezeichnet. Es liegt zwischen den Einmündungen von Helmstedter- und Wolfenbütteler Straße.

Das "Magdeburger Adressbuch 1917" verzeichnet für 1916 drei Firmen auf dem Grundstück:

Max Heyne, Kreide- und Farbenfabrik,
Inh. Max Heyne, Ehefrau Hulda Kaspar u. Franz Kaspar.

Norddeutsche Farbstift- u. Kreide-Industrie Kunst & Janecke,
Inh. Kfm. Franz Kaspar.

Eduard Kuhl, Kistenfabrik.


B_Heyne/Adr1917_KunstJanecke_w.jpg
Adressbucheintrag Kunst & Janecke von 1916.
[Bildquelle: Magdeburger Adressbuch 1917]
1919 Gemäß Magdeburger Adressbuch 1920 haben sich auf dem Grundstück einige Änderunger ergeben.
Gemeldet sind auf dem Heyne'schen Grundstück:

Max Heyne, Kreidefabrik.
Kistenfabrik Eduard Kuhl.

Die Firma Max Heyne ist nur noch Keidefabrik und stellt keine Farben mehr her.
Die Firme "Norddeutsche Farbstift- u. Kreide-Industrie Kunst & Janecke" des Kaufmanns Franz Kaspar ist zwar noch im Handelsregister verzeichnet, jedoch nicht mehr am Standort Sudenburger Wuhne. Franz Kaspar und Ehefrau Hulda sind inzwischen (wohl mit der Firma) nach Lübeck verzogen. Beide bleiben jedoch Mitinhaber der Kreidefabrik.
1926 Magdeburger Adressbuch 1927:
Auf dem Heyne'sches Grundstück hat es seit 1919 keine Veränderungen gegeben:

Max Heyne, Kreidefabrik,
Inh. Max Heyne, Ehefrau Hulda Kaspar u. Franz Kaspar (Lübeck).

Eduard Kuhl, Kistenfabrik.

Neben "Max Heyne, Kreidefabrik" sind Franz und Hulda Kaspar als Grundstückseigentümer aufgeführt. In der Folgezeit (1927 bis 1931 sind in den Adressbüchern keine Veränderungen vermerkt.
1935 Zwischen 1931 und 1935 erhalten die Grundstücke der Sudenburger Wuhne Nummern. Das Heyne'sche Grundstück erhält die Hausnummern 29 und 30.

Eine Neuerung gibt es bei der Kistenfabrik:

Eduard Kuhl, Kistenfabrik u. Gerüst-Verleih-Institut

Mit dem Gerüstverleih kann sich Kuhl nicht am Markt durchsetzen. Bereits 1936 ist dieses Geschäftsfeld wieder aufgegeben.
1938-41 Magdeburger Adressbuch 1939:
Sudenburger Wuhne 29.30:
Eigentümer: Heyne, Max, Kreidefabrik.
Kuhl, E., Kistenfabrik.

Der Handelsregistereintrag der Kreidefabrik lautet nun:

Max Heyne, Kreidefabrik, Sudenburger Wuhne 29.30, gegr. 1893.

Es ist kein Inhaber mehr angegeben, die Besitzverhältnisse bis Kriegsende sind damit unklar.
1945-49 Verstaatlichung der Kreidefabrik.
Die Firma übersteht den Krieg unbeschadet, wird aber in der Folgezeit verstaatlicht.
Zu den Umständen liegen keine Informationen vor.
Die Kistenfabrik des Eduard Kuhl findet sich nach 1945 nicht mehr.
1950 VVB Sachsen-Anhalt, Werk Kreidefabrik Magdeburg
ist der neue Name des verstaatlichten Betriebs.

Eintrag Magdeburger Adressbuch 1950/51:
Sudenburger Wuhne 29.30:
Eigentümer: VVB Sachsen-Anhalt, Werk Kreidefabrik Magdeburg, Kreidefabrik.
Verwalter: Grasse, H., Heizer.

Max Heyne und Eduard Kuhl sind im Magdeburger Adressbuch 1950/51 nicht mehr geführt.
1953 VEB Kreide- und Putzmittel-Werk Magdeburg-Sudenburg
heißt das Werk inzwischen und ist möglicherweise bereits in den VEB Bona-Werk Magdeburg eingeordnet.

B_Heyne/1953_Bona_Wandtafelkreide_w.jpg
Schachtel mit farbiger BONA-Wandtafelkreide des
VEB Kreide- und Putzmittel-Werk Magdeburg-Sudenburg.

[Bildquelle: Archiv T. Garde]
1956 Kleines Taschenadressbuch 1956 (rosa):
Bona-Werk VEB (K):
Verwaltung: Olvenstedter Platz 5
Materialversorgung und Absatz
Werk I: Sudenburger Wuhne 29/30 (ehem. Fa. Max Heyne)
Werk II: Olvenstedter Platz 5 (ehem. Fa. Willi Teller)
Werk III: Siedlerweg 2-4
Werk IV: Kroppenstedter Str. 7

Auf der Rückseite des Buches wirbt der VEB (K) Bona-Werk Magdeburg für
Bona-Bohnerwachs, Hermal-Kinder-Puder, Hermal-Kinderöl und Hermal-Kindercreme.

B_Heyne/1956_Bona_Werbung_TA_w.jpg
Werbeanzeige des VEB (K) BONA-Werk Magdeburg von 1956.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]
1957 Ein Schreiben, verschickt 1957, gibt als Adresse des Bona-Werk noch Sudenburger Wuhne 29/30 an, obwohl der Hauptsitz gem. Taschenadressbuch 1956 bereits an den Olvenstedter Platz 5 verlegt war. Möglicherweise wurden hier auch alte Vordrucke (von 1956) aufgebraucht. (Hier ist noch Klärungsbedarf...)

B_Heyne/1957_Bona_Briefkopf_w.jpg
Briefkopf des VEB (K) BONA-Werk Magdeburg.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]
  Fundstellen:
1958: VEB (K) Bona-Werk Magdeburg, Magdeburg-Sudenburg
1963: VEB (K) Bona-Werk Magdeburg, Magdeburg-Stadtfeld

  Zur Firmengeschichte ab 1963 liegen derzeit keine Informationen vor.
   
1966 Der Standort Sudenburger Wuhne 29/30 ist inzwischen Firmensitz des VEB (B) Leichtmetallbau Magdeburg, später VEB Leichtbauelemente Magdeburg, der das Gelände bis zur Wende nutzt.

Link zum VEB (B) Leichtmetallbau Magdeburg

Quellen:

Nach oben

Copyright © 2012-2020 Thomas Garde