Die Industriegeschichte Sudenburgs

Firmenblatt: Bearbeitungsstand: 03.08.2014

Sudenburger Maschinenfabrik und Eisengießerei AG

Firmendaten:

Gründung - Ende: 1849 - ????
Gründer: Ferdinand Friedrich August Klusemann (* 09.01.1822 in Löderburg, † 02.10.1878 in Magdeburg)
Hugo Ernst Christian Woltersdorf (* 11.06.1825 in Merseburg, † 12.01.1901 in Arnstadt)
Standort(e): Halberstädter Straße ???
Produkt(e): Maschinen, Apparate und ganze Einrichtungen für Rüben und Rohzuckerfabriken, Zuckerraffinerien und Stärkezuckerfabriken, aber auch für chemische Fabriken, insbesondere Sprengstofffabriken.
Bemerkungen: Zweigniederlassungen in Hannover-Hainholz und Oschersleben a. Bode. 

Firmenchronik:

Jahr: Ereignis:
1849 Firmengründung als Maschinenfabrik Klusemann & Woltersdorf.
1858 Das Unternehmen beschäftigt 100 Personen.
1860 F. A. Klusemann übernimmt die Anteile seines Partners Hugo Woltersdorf, der in Arnstadt die Güntersmühle kauft und dort fortan als Familienunternehmen betreibt. Die Maschinenfabrik firmiert nun als
Friedrich August Klusemann Maschinenbauanstalt & Eisengießerei
1872 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unter dem Namen Sudenburger Maschinenfabrik und Eisengiesserei AG. Der Eintrag ins Handelsregister erfolgte am 27.09.1872. Klusemann wird Vorsitzender des Aufsichtsrates.
Bezüglich Gründung der Aktiengesellschaft wurden Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, mit denen sich die beteiligten Gründer zu ungunsten der künftigen Aktionäre bereichern wollten. Der Aktienwert wurde mit 850.000 Mark viel höher angesetzt, als es dem Wert der Fabrik entsprach. Die sechs Hauptangeklagten wurden zu 6 Monaten Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe, Klusemann als Gehilfe der Tat zu 3 Monaten Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe verurteilt. Im Vorfeld des Gerichtsverfahrens erklärten sich die Angeklagten bereit, die den realen Wert übersteigenden Aktien im Wert von 200.000 Mark zu vernichtet. Klusemann trug dabei den größten Anteil: Aktien im Wert von 120.000 Mark.
1878 F. A. Klusemann verstirbt am 02.10.1878 in Magdeburg.
1909 Die Klusemann'sche Villa in der heutigen Otto-von-Guericke-Straße wird von der Familie verkauft. Heute ist das Gebäude ein Teil der "Freien Kammerspiele".
1921 (?) Gründung einer Niederlassung in Oschersleben, durch Übernahme des Geländes der "Aktien-Gesellschaft-Otto" (AGO).
1921/22 Auf dem Fabrikgelände der Zweigstelle Oschersleben werden neue Werkhallen errichtet und mit Fertigstellung die gesamte Produktion dorthin verlegt. Gießerei, Direktion und Verwaltung verblieben in Sudenburg.
1925 25.12.: Konkurseröffnung.
Die Inflationszeit (Hyperinflation) führte zum Niedergang des Unternehmens.
1930 Versteigerung der Werkhallen der Niederlassung Oschersleben.

Auftragsliste:

Jahr: Auftrag:
1878 Umbau der Langenweddinger Aktien-Zuckerfabrik.
1881/82 Bau der Zuckerfabrik Lüben (Schlesien).
1889 Produktionsanlage der Aktien-Zuckerfabrik Goldbeck für 499.000 Mark.
1912/13 Umbau der Clauener Actien-Zucker-Fabrik.
1914 Umbau der Zuckerfabrik Dirschau (Westpreußen).

Quellen:

Fundstellen:

Hugo Ernst Christian Woltersdorf wurde am 11. Juni 1825 in Merseburg geboren. Er starb am 12. Januar 1901 in Arnstadt - Thüringen. Er heiratete Rosalie Horwicz am 8. Mai 1853 in Marienwerder - Westpreussen.
Quelle: http://file1.npage.de/006216/81/html/htmg13.htm#292

Am 15. September 1859 kaufte der in Merseburg geborene Hugo Woltersdorf, Mitinhaber der Maschinenfabrik und Eisengießerei "Klusemann & Woltersdorf" aus Sudenburg bei Magdeburg, die Günthersmühle.
Quelle: http://www.drehkopf.de/arn/guentm.htm

Am 1.1.1860 fand sie ihren ersten Käufer in Hugo Woltersdorf (11.6.1825 in Merseburg), der später das Prädikat „Kommerzienrat“ erhielt.

"Die OHG, deren Gründungsdirektor ein Herr Fläschendraeger war, beauftragte die Sudenburger Maschinenfabrik (Magdeburg) mit dem Bau der Fabrikanlage, die daraufhin zügig (1881/82) errichtet wurde. Nach dem damals üblichen Verfahren wurden Saftgewinnung und -reinigung anfangs durch Diffusion und Elution bewirkt. Später arbeitete man auch mit Knochenkohle und Pauly'scher Verdampfung. Für die Schnitzeltrocknung wurden die Abgase des Kesselhauses verwendet."
Quelle: http://www.lueben-damals.de/zucker.html

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1.2 Die Zuckerraffinerie / Sudenburger Maschinenfabrik
Westlich vom Güterbahnhof der Grubenbahn befand sich der Gleisanschluß zur Zuckerraffinerie Oschersleben, die an die Grubenbahn der Schachtanlage "Marie-Luise" angeschlossen war. Die Zuckerraffinerie wurde von 1895 bis 1897 erbaut und erhielt bereits im April 1895 eine Genehmigung für die Gleisanschlußanlage.

Der Betrieb der Zuckerraffinerie bestand bis zum I. Weltkrieg. Das Gelände wurde 1916 von Gustav Otto und Josef Schrittisser übernommen, die die "Aktien-Gesellschaft-Otto" (AGO) gründeten. Zunächst erfolgte der Bau von Flugzeugteilen, nach dem I. Weltkrieg wurde die Produktion auf den Bau von Kraftfahrzeugen umgestellt, bevor der Betrieb schließlich ein Opfer der Wirtschaftskrise wurde. Nachfolger auf dem Betriebsgelände der AGO wurde die Sudenburger Maschinenfabrik und Eisengießerei A.G., Magdeburg, die auch neue Werkhallen errichten ließ. Aber auch diese Firma wurde ein Opfer der Wirtschaftskrise, die Versteigerung der Werkhallen erfolgte 1930.

Quelle: http://www.spicher-online.de/page200.htm

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