Die Industriegeschichte Sudenburgs

Firmenblatt: Bearbeitungsstand: 14.01.2015

Hermann Liebau

Heiz- und Kochapparatefabrik

später: Zentralheizungen, zuvor: Gasanstalten

Firmendaten:

Gründung - Ende: 1860 - >1960
Gründer: Hermann Liebau (* 27.12.1831 in Schkölen, † 19.07.1915 in Magdeburg)
Standort(e): ab 1860: Magdeburg, Otto-von-Guericke-Straße
ab 1867: Halberstädter Straße 47 (Ecke Buckauer Str., vormals benannt: Breiteweg 17/18)
Produkt(e): Zentralheizungs- ,Ventilations-, Wasserversorgungs- und Gasanlagen, Heizkörperverkleidungen aus der eigenen Tischlerei.
Bemerkungen: (Um 1880: Zweiggeschäfte in Kiel, Berlin, Danzig und Frankfurt a. M.)

Mit sinkender Nachfrage nach Gasanlagen durch die Elektrifizierung spezialisiert sich die Firma später auf den Bau von Zentralheizungen, wie der folgende Briefkopf von 1905 zeigt. 
Liebau2_w.jpg
Briefkopf von 1905.
[Bildquelle: Archiv Sudenburg-Chronik]

Firmenchronik:

Jahr: Ereignis:
1860 (oder 1859) Firmengründung in Magdeburg.
Nach mehreren Ausbildungs- und Arbeitsstationen (u.a. Techniker im Zeichenbüro der Stollberg'schen Maschinenfabrik) ging er 1855 nach Bredow (bei Stettin), wo er für die Maschinenfabrik der Herren Fruchtmilch und Broil arbeitete. Dort lernte er den Gasdirektor Kornhardt kennen, der ihn zu höherem Gehalt für seine Firma abwarb. Hermann Liebau lernte dieses Fach schnell und wurde deshalb von Kornhardt nach Braunschweig gesandt, um den dortigen Bahnhof zu erleuchten.
Anm.: Diese Gasanstalt hatte eine Leistung von 10 Mill. c' / Jahr. (c' = Kubik-Fuss, 1 c' = 0,03091584 m3 = 30,916 Liter)

Liebau kam zum Entschluss selbstständig Gasanlagen zu errichten. Er trennte sich von Kornhardt und ließ sich als "Civilingenieur" in Magdeburg nieder. Er wohnte zunächst unweit vom Hasselbachplatz im Bereich der Otto-von-Guericke-Straße (ehemals Kaiserstrasse). Vermutlich erfolgte von dort aus die Firmengründung.
Erster selbstständiger Auftrag war eine Gasanstalt für die Zuckerfabrik in Wackersleben. Viele weitere solcher Aufträge sollten folgen. [1],[3, S. 37]
Anm.: Viele der Aufträge sind überliefert und der nachstehenden Auftragsliste zu entnehmen.
1863 Der Deutsche Verein von Gas und Wasserfachmännern berichtet in in seiner Publikation
"Das Gas und Wasserfach", 1863, S. 137 von folgendem Unfall:
"Wackersleben (bei Magdeburg). In der hiesigen Zuckerfabrik explodierte der Gasbehälter, und zerstörte nicht allein diesen vollständig, sondern legte auch das Gebäude in Trümmer und beschädigte mehrere Arbeiter."
1864 17.01.: Hermann Liebau heiratet Pauline Baensch (* 11.08.1843 in Magdeburg, † 23.01.1939 in Magdeburg), die älteste Tochter des Magdeburger Kaufmanns und Stadtrates Eduard Baensch. Aus der Ehe gehen mehrere Kinder hervor. [1]
um 1867 Hermann Liebau kauft das Grundstück Breiteweg 17/18 in Sudenburg (heute Halberstädter Straße 47).
Der Vorbesitzer, Maurermeister Hermann Paul, hatte es bereits mit einer an der Straße liegenden Villa bebaut, die die Familie Liebau nun bezieht.
Auf dem weitläufigen Grundstück hinter der Villa wird eine Fabrik angelegt, in der als weiteres Geschäftsfeld Heiz- und Kochapparate hergestellt werden. Für die Anlage der neuen Gebäude musste Stück für Stück der großzügige parkähnliche Garten weichen, den H. Paul angelegt hatte.
Im Laufe der nächsten Jahre entstanden u.a.: Gießerei, Kesselschmiede, Kupferschmiede, Werkzeugschlosserei, Maschinenraum, Putzerei, Dreherei, Trockenraum, Zeichensaal, Lichtpauserei, Lagerräume und ein 15 m hoher Dampfschornstein. [2]
 
Villa des Fabrikanten Liebau
Die Fabrikantenvilla an der Halberstädter Straße 47.
[Aufgenommen 2013]
1867 Im Politechnischen Journal wird ein Artikel Hermann Liebaus veröffentlicht:

"Ueber die Bereitung des Leuchtgases aus Abfallen der Schafwolle in Spinnereien; von Civilingenieur Hrm. Liebau in Magdeburg."

Quelle: Politechnisches Journal, Band 184/Miszelle 13 (S. 379–380), 1867,
Der vollständige Artikel findet sich hier: Politechnisches Journal online
1868 Das Chemische Zentralblatt berichtet von Liebaus Versuchen mit der Vergasung von Braunkohle, für die er in seiner Gasanstalt Egeln eine selbstständige Versuchstanstalt eingerichtet hat und ausgedehnte Versuche mit Teergasen anstellt.

Quelle: Chemisches Zentralblatt: Vollständiges Repertorium für alle Zweige der Reinen und angewandten Chemie, Band 39, Akademie-Verlag, 1868, Seite 12
1875 Das Politechnische Journal berichtet über ein Patent. Titel:

"Patent-Gas-Regulator; von Herm. Liebda."

Anm.: Im gleichen Heft, Seite 544, Miszelle 17, wird auf den Schreibfehler hingewiesen: Nicht Liebda, sondern Liebau in Magdeburg.

Quelle: Politechnisches Journal, 1875, Band 216(S. 142–144)
Eine Beschschreibung des Patentes findet sich hier: Politechnisches Journal online
1877 Hermann Liebau meldet ein Patent auf einen "eigentümlich kombinierten Warmwasser-, Heiz- und Kochapparat" an.
(*D. R. P. 1524 vom 15. Juli und Zusatz Nr. 2056 vom 20. December 1877)

(Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg)
1879 Patentanmeldung: (* D. R. P. Kl. 36 Nr. 9613 vom 16. November 1879)

"Apparat zur geräuschlosen Condensation von Dämpfen."

Quelle: Politechnisches Journal, 1881, Band 239/Miszelle 7 (S. 412)
Eine Beschschreibung des Patentes findet sich hier: Politechnisches Journal online
1882 Hermann Liebau meldet ein 2. Zusatzpatent zu dem von 1877 an:

" ... 2. Zusatzpatente * Nr. 24172 vom 8. December 1882 zu Nr. 1524 vom 9. April 1877 ... "

Quelle: Politechnisches Journal, 1885, Band 255 (S. 508)
Die Beschreibung des Patentes findet sich hier: Politechnisches Journal online
1885 Patentanmeldung: (* D. R. P. Nr. 35744 vom 16. August 1885)

"Den Gedanken, die Feuerstelle einer Sammelheizungsanlage mit dem Kochherde zu verbinden, hat H. Liebau in Magdeburg-Sudenburg ... auch für die Niederdruck-Dampfheizung durchgeführt. ..."

Quelle: Politechnisches Journal, 1885, Band 255 (S. 508)
Die Beschreibung des Patentes findet sich hier: Politechnisches Journal online
1895 Das Buch "Das Conserviren Des Holzes" berichtet über ein Patent Liebaus zur Holzkonservierung. Titel des Berichts ist "Imprägnieren von Holzpfählen nach Liebau":

Das Prinzip scheint ganz einfach. Da eine "normale" Imprägnierung das Holz nur im Außenbereich schützt, ist Liebaus Idee, den Holzpfahl im Kern über die Einbindetiefe ins Erdreich anzubohren und oberhalb der Einbindungstiefe mit einer Füllöffnung zu versehen. Das untere Bohrloch wird verschlossen und der Pfahl kann in den Boden eingesetzt werden. Nun wird über die Einfüllöffnung das Imprägniermittel eingefüllt, das nun von innen in die Holzzellen eindringen kann und das Innere des Pfahls schützt.
Anm.: Liebau hatte dabei sicher an die Verwertung der "Abfälle" der Gasanlagen gedacht, wie z.B. das anfallende Teer.
(Quelle: Andé, Louis Edgar Andés, "Das Conserviren Des Holzes", 1895, BoD – Books on Demand, 2012, ISBN 3954544709, 9783954544707, S. 163f)
1903 Hermann Liebau stellt dem am 28.06.1903 gegründeten Deutschen Museum München ("Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik") Exponate für die Abteilung für Heizung und Lüftung zur Verfügung.

Quelle: Politechnisches Journal, 1906, Band 321 (S. 220–222)
Der Artikel mit dem Hinweis findet sich hier: Politechnisches Journal online
1910 Am 29.12.1910 finden die Feier zum 50-jährigen Bestehen der Firma statt.
Zu diesem Anlass erscheint eine von den einzelnen Abteilungen humorvoll gestaltete Festzeitschrift.
Als Seniorchef ist der inzwischen 79-jährige Hermann Liebau noch immer in der Firma aktiv. [1]

Festschrift 50 Jahre Firma Hermann Liebau
Deckblatt der Festschrift von 1910.
1915 19.07.: Hermann Liebau verstirbt im Alter von 83 Jahren
und wird auf dem Alten Sudenburger Friedhof beigesetzt.
Mit der Firmenleitung werden zunächst die leitenden Ingenieure betraut. [1]
um 1922 Sohn Paul Otto Liebau (* 03.05.1873 in Magdeburg, † 24.06.1944), der bis zu diesem Zeitpunkt in Danzig tätig war, übernimmt die Firmenleitung. [1]
um 1930 Die Firma wird Opfer der Weltwirtschaftskrise und geht in Konkurs. Firmengelände und Villa werden verkauft.
Das Firmengelände an der Halberstädter Straße geht (vor 1939) in den Besitz des Bierverlegers Hermann Brüggemann über. Witwe Pauline Liebau bewohnt weiterhin einen Teil der Villa. Nach dem Krieg hatte der Orthopäde Dr. Bielenberg in der Villa seine Praxis. Heute (Stand 2014) nutzt sie eine Anwaltskanzlei.

Paul Liebau hält die Firma unter dem gleichen Namen "Hermann Liebau Zentralheizungen" als kleinen Handwerksbetrieb aufrecht, der hauptsächlich Reparaturen durchführt. Dazu wird ein Teil des früheren Firmengeländes mit Bebauung gemietet. Paul Liebau wohnt in einem der Gebäude.
Die Firmen- und Wohnadresse ist nun Buckauer Straße 19. [1],[2, S. 211]
1944 24.06.: Paul Liebau verstirbt im Alter von 72 Jahren
und wird (wie sein Vater) auf dem Alten Sudenburger Friedhof beigesetzt. Im Namen seiner Witwe Gertrud Liebau, geb. Freiholdt (*16.01.1882; † 25.02.1978) führen die leitenden Angestellten, der Ingenieur Jacobs und Herr Zimmer, den kleinen Nachfolgebetrieb bis mindestens 1960 weiter. [1]

Firmenchronik:

Jahr: Auftrag:
1860 Wackersleben.
Gasanstalt für die Zuckerfabrik in Wackersleben. (Erster Auftrag!)  [1]
1860 Wiesenbad bei Annaberg.
Gasanstalt für die Wiesenbader Flachsspinnerei bei Annaberg. 190 Flammen. Die Fabrik ist am Kesselhaus angebaut, der Gasbehälter unter Dach.  [3, S.359]
1861 Hötensleben bei Magdeburg.
Umbau der Privatgasanstalt der Zuckerfabrik der Herren Brandes & Vasel. Es wird die Fabrik mit mehr als 200 Flammen und eine grosse Kaserne mit ca. 60 Flammen beleuchtet.  [3, S.160]
1862 Körbisdorf bei Merseburg.
Gasfabrik für die Zuckerfabrik der Herren Brumhardt, Koch & Co. mit 130 Flammen, die ans Kohlenhaus angebaut wurde. Die Kohlensäure wird zur Saturation gewonnen. Anlagekapital: 3964 Thlr.  [3, S. 178]
1862 Brumby bei Calbe a. d. Saale.
Gasanstalt für die Zuckerfabrik der Gebr. Pieschel in Brumby. Die Anlage versorgt die Zuckerfabrik nebst Wohnhaus mit etwa 100 Flammen, außerdem speist sie ca. 30 Flammen zur Beleuchtung der Ökonomiegebäude des nahegelegenen Rittergutes. Die Rohrleitung ist etwa 1000' lang.  [3, S. 43]
1862 Ebendorf bei Magdeburg.
Gasanstalt für die Zuckerfabrik, Raffinerie und Ökonomiegebäude der Herren Lange & Comp. Kapazität circa 260 Flammen.  [3, S. 85]
1863 Bernburg.
Technische Einrichtung einer Gasanstalt für Bernburg (6500 Einwohner, Eigentümer Herr F. Bothe). Die Anlage hatte bei Fertigstellung eine Leistung von 1200 Flammen.
(Die folgenden Jahre wurden Anlage und Rohrleitungen weiter ausgebaut auf über 2000 Flammen und 200 Strassenflammen)  [3, S. 27]
1863 Hedersleben bei Quedlinburg.
Gasanstalt für die Zuckerfabrik der Herren Berge, Braun & Co. mit ca. 70 Flammen. Die Anstalt ist am Knochenofenhause angebaut, die Kohlensäure wird zur Saturation gewonnen.  [3, S. 149]
1863 Schafstedt bei Halle a. d. Saale.
Gasfabrik für die Actien - Zuckerfabrik zu Schafstedt mit 130 Flammen. Die Gasfabrik ist am Kohlenhaus angebaut, die Kohlensäure wird zur Saturation gewonnen.  [3, S. 298]
1864 Egeln und Bleckendorf bei Magdeburg.
Gasanstalt für die Stadt Egeln (4500 Einwohner) und das nahe liegende Bleckendorf (1000 Einwohner). H. Liebau schloss einen Gasliefervertrag ab und errichtete die später öffentliche Gasanstalt zunächst auf eigene Rechnung. "Eigenthümer: Herr H. Liebau. Dirigent: Herr A. Scheidt. Eröffnet am 6. November 1864. Die Concession ist ohne Beschränkung. Lichtstärke für 5 c' engl. im Argandbrenner 12 Kerzen. Gaspreis für Private 2 2/3 Thlr., für die Zuckerfabriken 2 1/6 Thlr., bis 1 5/6 Thlr., für die Strassenbeleuchtung 2 1/1o Thlr. pro 1000 c'. 40 Strassenflammen und 1300 Privatflammen, von denen 500 in 4 Fabriken. Jahresproduktion 3 Mill c' engl. Grösste Produktion in 24 Stunden 18,600 c', kleinste Produktion 1000 c'. Betrieb mit englischen und westphälischen Steinkohlen. Die Anstalt hat 6 Thonretorten 20'' x 14'' x 8', 2 Kalkreiniger, 1 Laming'schen Reiniger, 2 Scrubber, 1 Blechcondensator, 1 Gasbehälter mit 13,500 c' Inhalt, 18,000 lfd. Fuss Rohrleitung, 100 nasse Gasuhren von S. Elster. Anlagecapital 35,000 Thlr."  [3, S. 86]
1864 Kochstedt bei Egeln (bei Magdeburg).
Gasanstalt für die Zuckerfabrik des Herrn Silberschlag mit ca. 130 Flammen.  [3, S. 176]
1864 Langenweddingen bei Magdeburg.
Gasanstalt für die Zuckerfabrik der Herren Gebr. Reckleben mit ca. 110 Flammen.  [3, S. 187]
1864 Offleben bei Schöningen.
Gasanstalt für die Zuckerfabrik der Herren Brandes & Co. mit ca. 160 Flammen.  [3, S. 250]
1865 Artern an der Unstrut.
Privatgasanstalt für die Zuckerfabrik der Herren Böving, Lüttich & Co. mit 140 Flammen.  [3, S. 13], [4, k. A.]

"1885 mit Gasbeleuchtung: Fabrikbeleuchtung ca. 140 Flammen. Gasometer freistehend; Gasfabrik angebaut am Kohlenhause."
Quelle: Homepage Albert Gieseler
1865 Lebus (bei Frankfurt a. d. Oder).
Privatgasanstalt für die Zuckerfabrik des Herrn E. v. Gansauge mit 190 Flammen.  [3, S. 189]
1865 Plane (bei Chemnitz).
Privatgasanstalt für die Baumwoll-Spinnerei des Herrn E. J. Claus mit 260 Flammen.  [3, S. 26]6
1865 Eichenbarleben (bei Magdeburg).
Privatgasanstalt für die Zuckerfabrik der Herren v. Krosigk, v. Veltheim & Krauschütz mit ca. 130 Flammen. Die Kohlensäure wird gewonnen.  [3, S. 88]
1866 Jerxheim (bei Braunschweig).
"1300 Einwohner. Eigenthümerin : die Actien-Zuckerfabrik Söllingen bei Jerxheim. Dirigent: Herr Dr. H. Eissfeldt. Im Sommer 1866 legte die Zuckerfabrik eine Gasanstalt für ihren eigenen Gebrauch an, welche auf Wunsch mehrerer Bewohner des Dorfes auf dieses ausgedehnt wurde, nachdem eine hinlängliche Anzahl Flammen gezeichnet war. Erbauer: Herr Ingenieur H. Liebau in Magdeburg. Eröffnet am 15. Sept. 1866 und mit Ausnahme der drei Monate Mai, Juni und Juli, wo jedes Jahr wegen zu geringen Consum ausgesetzt wird , in regelmässigem Betriebe. Der Vertrag mit den Consumenten des Dorfes läuft ab, wenn die Zuckerfabrik die Gasproduktion einstellt, es wird aber den Consumenten das Ankaufsrecht gewährt. Gaspreis für die Privatconsumenten 2 1/2 Thlr. pro 1000 c' engl., die Fabrik berechnet sich 1000 c' mit 2 Thlr. Nach Amortisation von 25 % der Anlage tritt eine Ermässigung von 1/4 Thlr. für die Consumenten des Dorfes ein. Als Lichtstärke sind 15 Kerzen für 4 c' im Argandbrenner garantirt. Die Gesammtproduktion im Jahre 1866 betrug 900,000 c', wovon die Zuckerfabrik die Hälfte consumirt hat. In den Wintermonaten, so lange die Fabrik arbeitet, beträgt die Tagesproduktion 5 bis 6000 c', hernach sinkt sie allmählig auf 4 bis 5000 c' per Woche herunter. 8 bis 10 Strassenflanmien sind projectirt, im Dorfe sind 180 Privatflammen, in der Zuckerfabrik 11O. Betrieb mit westphälischer Steinkohle (Consolidation). Die Anstalt hat 3 Retorten, wovon 1 eiserne in einem, 2 Chamotteretorten im zweiten Ofen, 1 Cokecondensator mit Wäsche, 2 Reiniger 4' lang, 3' breit, 3' hoch, in der Mitte getheilt mit je 3 Horden (Laming'sche Masse und Kalk), Gasbehälter von 3000 c' Inhalt, 6500' Leitungsröhren, 45 nasse Gasuhren von S. Elster. Theer und Coke werden verwerthet, ersterer theilweise verfeuert."  [3, S. 164]
1866 Königslutter (bei Braunschweig).
"2342 Einwohner. Eigenthümerin: die Stadt. Im Jahre 1865 wurde das Project, eine Anstalt zu errichten, aufgenommen, und im Jahre 1866 wurde der Bau durch den Ingenieur Herrn H. Liebau in Magdeburg ausgeführt, resp. die Hochbauten unter dessen specieller Leitung hergestellt. Die Eröffnung fand am 22. November 1866 statt. Seit dem 1. November 1867 ist der Betrieb, den bis dahin Herr Liebau geführt hatte, auf die städtische Verwaltung übergegangen. Gaspreis für Privaten 2 Thir. 15 Sgr. pro 1000 c', für die Stadt und Fabriken 2 ThIr. Leuchtkraft 12 Kerzen. Die Anstalt kann jährlich 4 Mill. c' erzeugen. 40 Strassenflammen mit einem Consum von 4 c' pro Stunde, und 4—5 Stunden Brennzeit per Abend. Etwa 400 Privatflammen — meist in den nahe an der Stadt gelegenen Zuckerfabriken. Steinkohlenbetrieb. 2 Oefen mit zusammen 6 eisernen Retorten.Coke und Theer werden verkauft.
Anlagekosten 25,000 Thlr."  [3, S. 177]
vor 1868 Dedeleben bei Jerxheim.
Privatgasanstalt der Zuckerfabrik der Herren Schliephake & Co. mit etwa 250 Flammnen.  [3, S. 164]
<-- Keine genaue Jahresangabe!
vor 1868 Watenstedt bei Jerxheim.
Privatgasanstalt der Actien-Zuckerfabrik Watenstedt mit etwa 190 Flammen. [3, S. 164]
<-- Keine genaue Jahresangabe!
vor 1868 Stolberg bei Chemnitz (Sachsen).
Herr Fr. E. Woller hat für seine Strumpf Wirkerei eine von Herrn Ingenieur H. Liebau erbaute Gasfabrik, welche zugleich das Gas für die Stadt Stolberg abgibt. Fabrikflammen ca. 500, Stadtflammen ca. 300. Rohrleitung 6000'. Gasometer eingebaut. Gasfabrik am Dampfkesselhause der Fabrik. Anlagekapital 16.200 Thlr. [3, S. 322]
<-- Keine genaue Jahresangabe!

Stollberg (Erzgebirge).
Friedr. Ehreg. Woller, Strumpfwarenfabrik
"Hat um 1885 für die Strumpfwirkerei eine von Herrn Ingenieur H. Liebau erbaute Gasfabrik (Reinigung mit Mattoni-Quellenocker)."
Quelle: Homepage Albert Gieseler
1868 Neugattersleben (bei Bernburg).
Zuckerfabrik von Alvensleben & Co. "... Herrn Ingenieur H. Liebau in Magdeburg erbaut, hat Gasbeleuchtung." "Nach der Schließung 1880 beteiligte sich Werner von Alvensleben-Neugattersleben an der Zuckerfabrik im benachbarten Hohenerxleben." Quelle: Homepage Albert Gieseler
1870 (?) Hornburg (bei Wolfenbüttel)
"Zuckerfabrik Hornburg GmbH".
"1885: Aktien-Zuckerfabrik von Herrn Ingenieur H. Liebau in Magdeburg, im Jahre 1870 erbaut, hat Gasbeleuchtung, ca. 140 Flammen, Mischgas-Beleuchtung." [4, S. 339]
Quelle: Homepage Albert Gieseler
1870 Buckau (bei Magdeburg, heute Stadtteil)
Maschinenfabrik Hermann Gruson.
"Im Jahre 1870 durch Herrn Ingenieur H. Liebau in Magdeburg erbaut, hat um 1885 Gasbeleuchtung durch Mischgas, ca. 600 Flammen." [4, k. A.]
Quelle: Homepage Albert Gieseler
1872 (?) Lützen (bei Leipzig)
"Akt.-Zuckerfabrik Lützen GmbH ... Besaß um 1885 eine Gasbeleuchtung, ca. 180 Flammen, Betrieb mit Steinkohlengas."
Quelle: Homepage Albert Gieseler
1872 (?) Helmsdorf (Mansfelder Seekr)
"Zuckerfabrik Helmsdorf mbH"
"Besitzer (1885): Kerssenbrock & Co.; mit Gasbeleuchtung, ca. 220 Flammen, Gas aus böhmischer Fettkohle."
Quelle: Homepage Albert Gieseler
1872 Tetschen a. d. Elbe (Sudeten, heute: Decín, Tschechische Republik)
Vertragsabschluss mit der Stadt Tetschen über den Bau einer Gasanstalt: 30.04.1872.
Standort: Hinter dem "Nordbahnviaduct".
Inbetriebnahme am 22.12.1872.
1873 Roßlau an der Elbe (heute zusammengeschlossen zur Stadt Dessau-Roßlau)
Eisengießerei und Maschinenfabrik Gebr. Sachsenberg (ab 1865 OHG).
1860: Einrichtung einer eigenen Gasanstalt. Auch Liebau?
"01.01.1866: Anlage der Schiffswerft am Elbufer bei Roßlau, zunächst für Schiffsreparaturen, später werden dort auch neue Schiffe gebaut."
"Im Jahre 1873 durch Herrn Ingenieur H. Liebau in Magdeburg erbaut, hat um 1885 Gasbeleuchtung, ca. 800 Flammen."
"Die Gasanstalt von "Gebr. Sachsenberg" versorgt die gesamte Stadt Roßlau mit Gas." [4, k. A.]
Quelle: Homepage Albert Gieseler
1873 (?) Minsleben (bei Wernigerode)
"Zuckerfabrik Minsleben, Julius Schliephacke & Comp. ... im Jahre 1873 durch Herrn Ingenieur H. Liebau in Magdeburg erbaut, hat Gasbeleuchtung aus böhmischer Fettkohle, ca. 180 Flammen."
Quelle: Homepage Albert Gieseler
Name: siehe auch Dedeleben. Prüfen!
1873 (?) Ameln (Rhld)
"Kreis Jülicher Zuckerfabrik"
"Seit 1928 im Besitz von "Pfeifer & Langen"... Um 1885 mit Gasbeleuchtung durch Steinkohlengas, ca. 150 Flammen." [4, k. A.]
Quelle: Homepage Albert Gieseler
1881 Tiegenhof (bei Danzig).
Gasanstalt für die Zuckerfabrik Tiegenhof (Krieg & Co. oder J. Hamm & Co., unklar!) mit 200 Flammen. In Betrieb seit dem 04.09.1881. Die Anstalt ist vom September bis Februar in Betrieb und vom Februar bis September außer Betrieb. Verbrauch ca. 134.000 kg Gaskohlen. Die Anstalt hat 3 Retorten.
Quelle: Homepage Albert Gieseler
1885 (?) Nordgermersleben (bei Magdeburg). vor 1885!
Zuckerfabrik Nordgermersleben "... durch Herrn Ingenieur H. Liebau in Magdeburg erbaut, hat um 1885 Gasbeleuchtung, ca. 150 Flammen. Gas aus böhmischer Fettkohle."
Quelle: Homepage Albert Gieseler
1885 (?) Wasserleben (bei Wernigerode). vor 1885!
Zuckerfabrik Wasserleben E. Henneberg & Co "... durch Herrn Ingenieur H. Liebau in Magdeburg erbaut, hat um 1885 Gasbeleuchtung. Fabrik, ausgedehnte Beamten- und Arbeiterwohnungen, ca. 400 Flammen. Mischgas-Beleuchtung."
Quelle: Homepage Albert Gieseler

Quellen:

Nach oben