Die Geschichte der Kirchen St. Ambrosius und St. Michael(is)

Liste der Geistlichen

Vorwort:
Die Pfarrer von St. Ambrosius und St. Michael sind hier zusammengefasst, da beide Gemeinden zeitweise mit einer gemeinsamen Kirche zusammengefasst waren (1553 - 1631). Auch wurde die heutige Gemeinde St. Micheal 1929 als Filialkirche von St. Ambrosius gegründet und Pfarrer der St. Ambrosiusgemeinde versahen dort ihren Dienst. Mit Entlassung in die Eigenständigkeit bekam die Gemeinde St. Michael 1953 zwei der sechs Pfarrstellen von St. Ambrosius übertragen.

St. Ambrosius (suburbium / Sudenburg) St. Michaelis (suidersdorp / Flecken St. Michael)
   
1012 - 1213: Bis zur ersten Zerstörung Sudenburgs  
   
1012 od. 1024 Gründung der ersten Kirche St. Ambrosius im suburbium. Genaue Lage der Kirche unbekannt. Standort wahrscheinlich wie die 2. Kirche nach 1213. Wahrscheinlich im 12. Jahrhundert errichtet, im suidersdorp (später St. Michael), in Elbnähe, südlich des Judendorfes (dem späteren Mariendorf).
  1197 Erste Erwähnung der Kirche St. Michaelis
keine überlieferten Personen ? - 1197 - ?  Canonicus Magister Bernhard
  1203 Übertragung als Stiftskirche an das Kollegiatstift St. Petri und Pauli
1207 wegen Nähe zum Dom wahrscheinlich beim großen Magdeburger Stadtbrand zerstört, spätestens jedoch 1213 kriegsbedingt. 1213 Kriegsbedingte Zerstörung
   
1213 - 1550: Bis zur zweiten Zerstörung Sudenburgs  
   
Neuerrichtung von St. Ambrosius nahe der Magdeburger Stadtmauer, Höhe Danzstraße, zwischen Dom und "Breiter Weg". Sie ist auch Pfarrkirche für den Magdeburger Dombezirk. 1288 wird sie erstmals Urkundlich erwähnt. Weihedatum nicht überliefert. Neuerrichtung der Stiftskirche St. Michaelis. Weihedatum nicht überliefert.
   
? - 1288 - ?:  Magister Barthold (fragwürdig, möglicherweise ein Urkunden- oder Übertragungsfehler) 1288 Verlegung des Kolegiatstifts St. Peter und Paul nach (MD-) Neustadt. Patronat über St. Michaelis verbleibt dort. St. Michaelis wird Pfarrkirche des Fleckens St. Michael.
? - 1295 - ?:  Pfarrer ist Hermann  
1360: Das Erzstift überträgt den Antonitern in Lichtenberg das Patronat der Kirche St. Ambrosii, die fortan die Pfarrer stellen. Kirche heißt jetzt St. Ambrosii und Antonii.  
  1369: Erzstift bestätigt dem Stift St. Peter und Paul das Patronatsrecht und bestimmt den Ort nicht mehr suidersdorp, sondern fortan St. Michael zu nennen.
? - 1452 - ?  Pfarrer Johann Millingsdorf  
  ? - 1478 - 1490 - ?  Pfarrer Donatus Malentitz (auch Melentcz)
? - 1490 - ?  Pfarrer Stefan Pund  
  ? - 1516 - ?  Ludolf Castrick
(Wird als erster "Lutherischer" Prediger der Sudenburg erwähnt. Später abgesetzt und vertrieben)
???? - 1525 Pfarrer Johann Fabri von den Antonitern "resigniert" die Kirche, das Patronatsrecht wird dem Domkapitel rückübertragen. Sudenburger wünschen lutherischen Prediger.  
1525 - ???? Der Dominikanermönch Bonifacius Bodenstein aus dem Paulinerkloster wird vom Erzbischof eingesetzt, ein entschiedener Gegner von Luthers Lehre.  
   
1544 - 1550: Pfarrer M. Joachim Woltersdorf (oder Wolterstorphii, erster evangelischer Pfarrer. Eingesetzt gegen den Willen des Domkapitels.)  
1546 Abriss der Kirche für Erweiterung der Magdeburger Befestigung. Zum Gottesdienst wird den Sudenburgern die Kirche St. Sebastian in der Altstadt angewiesen. 1550  Zerstörung der Kirche (der gesamten Sudenburg) durch die Magdeburger, während der Belagerung durch Moritz von Sachsen. St. Michaelis wird als separate Pfarrkirche nicht wiedererrichtet, sondern mit St. Ambrosii zusammengelegt.
   
1550 - 1631: Bis zur dritten Zerstörung Sudenburgs  
Wiedererrichtung als S.S. Ambrosii und Michaelis: wahrscheinlich vor 1554, sicher vor 1562, im Mariendorf, südlich des heutigen Fürstenwallparks. Der Pfarrbezirk umfasst die gesamte Sudenburg, incl. dem Flecken St. Michael. Bezeichnung der Kirche:
Wesemann: S.S. Ambrosii und Michaelis (1613)
Kettner: S. Michaëlis und S. Ambrosii (1723)
   
  Diakone S.S. Ambrosii und Michaelis:
1551 - 1554 Pfarrer Johann König (oder Regius, abgesetzt durch Möllenvogt und Rat der Sudenburg) (Quelle: Rathmann, Kettner) 1562 - 1563 - ?: Diakon Johannes Horn (Quelle: Kirchenrevision 1662/63)
1554 - 1562 - ?: Pfarrer Andreas Hoppe (Quelle: Rathmann, Kirchenrevision 1662/63) ???? - 1576:  Diakon Andreas Culanus (1576 Opfer der Pest)
? - 1565 - ?: Pfarrer M Joachim Lonemann (oder Joachimus Lonemannus) 1577 - 1577: Diakon M Valentin Lange (oder Langius, Später Pfarrer)
???? - 1582:  Pfarrer M Christian Granau (oder Gravonius, 1582 Opfer der Pest 1589 - 1596: Diakon Laurenz Junge (oder Laurentius Junius, vorher Direktor der Sud. Schule)
1583 - 1589: Pfarrer M Johannes Nesener
(Quelle: Kettner)
1597 - 1599: Diakon Hermann Crantz
1590 -1597: Pfarrer Valentin Lange (oder Langius) 1599 - 1607:  Diakon M Zacharias Wesemann (anschließend Pfarrer)
1597 - 1607: Pfarrer M Erhard Hering (1607 in "Grossen Salza" Opfer der Pest) 1607 - 1607:  Diakon Peter Homel (oder Petrus Homelius, 1607 Opfer der Pest)
1607 - 1623: Pfarrer M Zacharias Wesemann (oder Wesemannus)  
1624 - 1627:  Pfarrer Arnold Mengering ? - 1621 - 1631:  Diakon Wolfgang Ritter (wahrscheinlich bei der Eroberung Magdeburgs umgekommen)
1625/26 wird ein großer Teil Sudenburgs zur Erweiterung der Magdeburger Befestigungen abrissen.  
1631:  Am 21.04. (ev. Zeitrechnung) wird der verbliebene Rest der Sudenburg durch die Magdeburger niedergebrannt und zerstört.  
   
1631 - 1812: Bis zur vierten Zerstörung Sudenburgs  
1631 - 1722:  Sudenburg im Pfarrbezirk des Magdeburger Doms. Die Wiedererrichtung Sudenburgs wird durch die Magdeburger massiv behindert. Planmäßiger Wiederaufbau erst ab ca. 1680.  
1722 - 1723:  4. Neubau St. Ambrosius, Einweihung 1723.  
1722 - 1761  Pfarrer M Christian Schreiber (predigt bis zur Fertigstellung in der Kapelle des Siechenhofes, dem Hospital St. Georgii, westlich vor der Stadtgrenze Sudenburgs gelegen)  
1761 - 1762  Pfarrer Christoph Friedrich Goldbeck  
1763 - 1772  Pfarrer Andreas Balthasar Koeppe  
1772 - 1779  Pfarrer Joachim Michael Fritzsche  
1779 - ...  Pfarrer Johann Wilhelm Christoph Mevius  
1812  Auf Befehl Napoleons muss die gesamte Sudenburg abgerissen werden, incl. der 4. Kirche St. Ambrosius.  
   
1812 - 1875  
   
... - 1832  Prediger/Pfarrer Johann Wilhelm Christoph Mevius  
? - 1815 - 1830 - ?: Kantor und Lehrer J. G. Matthias Homann
(später auch Rendant (Anm.: Kassenwart/-führer) der Kirche)
 
13.10.1822  Einweihung der 5. Kirche St. Ambrosius. (Der Vorgängerbau am Standort der heutigen Kirche)  
1832 - 1849 Pfarrer Wilhelm Otto  
1850 - 1850 Pfarrer Karl Runge (Starb nach nur 2,5 Monaten im Amt an der Colera)  
1851 - 1867 Pfarrer Carl Hirschberg (Wechselt auf eigenen Wunsch, am 30.11.1867 zum Pfarrer von Bleckendorf bei Egeln gewählt)  
1867 Vereinigung der Städte Magdeburg und Sudenburg.  
1868 - 1886  Pfarrer Johannes Hesekiel (Wechselt als Generalsuperintendent nach Posen.)  
   
1875  Abriss der 5. Kirche St. Ambrosius zugunsten einer neuen, größeren Kirche am gleichen Standort.  
   
1875 bis 2002 Pfarrbezirk St. Ambrosius Süd (später St. Michael)
1875-1877 Neubau der heutigen 6. Kirche St. Ambrosius. Der Gottesdienst findet behelfsmäßßig in einem eigens dafür  hergerichteten Stallgebäude auf dem Gelände der heutigen Feuerwache statt. Einweihung der Kirche am 13.12.1877.  
   
1885 Einrichtung einer 2. Pfarrstelle, unter königlichem Patronat.  
1885 - 1893:  Konsistorialrat Rentz (besetzt die neue 2. Pfarrstelle)  
1887 - 1904: Pfarrer Dr. Karl Wilhelm Wolff (Nachfolger für Hesekiel, 1. Pfarrstelle, verstirbt 1904)  
1893 - 1932: Pfarrer Emil Littann (Nachfolger für Rentz,  2. Pfarrstelle, 1932 pensioniert)  
1897 - 1932: Pfarrer Karl Goernemann (besetzt die neue 3. Pfarrstelle, 1932 in den Ruhestand getreten, am 10.04.1938 im Alter von 69 Jahren verstorben.)  
1905 - 1931: Pfarrer Theodor Rauch (Nachfolger für Wolff, 1. Pfarrstelle, verstirbt am 11.09.1931)  
  1922 - 1927: Pfarrer Mähl (besetzt die neue 4. Pfarrstelle, wechselt zum 01.12.1927 auf eine Pfarrstelle in Berlin)
  1928 - 1931: Pfarrer Sannemann (4. Pfarrstelle für Mähl, Bezirk Süd, gewählt am 09.01.1928, zum 31.12.1931 ausgeschieden ("unliebsamer Vorfälle wegen versetzt"), in Wallstave (Altmatk) zum Pastor gewählt, Amtsantritt am 08.01.1932.)
? - 1930 - ?:  Diakon Fritz Rackwitz  
  1929  Das Gemeindehaus in der Helmholzstraße wird fertig gestellt. Der Bau der geplanten Filialkirche St. Michaelis der Ambrosiusgemeinde, neben dem Gemeindehaus, für die Sudenburger im Bereich Leipziger Straße, scheitert an der ausbrechenden Weltwirtschaftskrise. Die Gottesdienste finden im Gemeindehaus durch die Pfarrer der St. Ambrosiusgemeinde statt.
1931 - 1945: Pfarrer Bruno Spennemann (Nachfolger für Littann, 2. Pfarrstelle; März 1931 gewählt, starb am 06.02.1945 bei einem Luftangriff)  
1931 - 1952:  Pfarrer Hans Rohr (Nachfolger für Rauch, 1. Pfarrstelle, 03.09.1931 gewählt, August 1940 eingezogen zum Heerdienst, nach Rückkehr im Bezirk Süd)  
1932 - 1961:  Pfarrer Walter Szogs (Nachfolger für Goernemann, 3. Pfarrstelle, Amtseinführung am 05.06.1932, eingezogen zum Kriegsdienst, 15.11.1945 Rückkehr, Oktober 1961 krankheitsbedingt mit 60 Jahren in den Ruhestand, 11.11.1969 Übersiedlung nach Westdeutschland)  
  1933 - 1940: Pfarrer Blumenthal (4. Pfarrstelle für Sannemann, Bezirk Süd, März 1933 berufen, ausgeschieden Juni 1940.)
  1938(46) - 1948:  Pastor Friedrich Ernst Schröter (Als Hilfsprediger für Bezirk Süd berufen, eingezogen zum Wehrdienst, nach Rückkehr Ende Januar 1946 auf neue 5. Pfarrstelle gewählt, neben Pfarrer Rohr im Bezirk Süd, 1948 als Vorsteher des Diakonissenmutterhauses nach Stendal )
  1940 - 1944:  Vikar Eberhard Schmock (Als vorläufiger Vertreter für den ausgeschiedenen Blumenthal im Bezirk Süd berufen, Rohr soll nach Rückkehr aus dem Krieg die Stelle übernehmen)
1944 - 1966:  Pfarrer Eberhard Schmock (..., ?. Pfarrstelle, eingezogen zum Kriegsdienst, Mai 1945 Rückkehr, 1966 Berufung zum Superintendenten des Kirchenkreises Haldensleben, 18.12.1966 Abschiedspredigt, 08.01.1967 Amtseinführung, Pfarrstelle wird nicht neu besetzt)  
1945 - 1957: Pfarrer Ernst Bohn (Zunächst kommissarisch für Spennemann, später 3. Pfarrstelle, vorher St. Jacobi MD (ausgebombt), 01.10.1957 Ruhestand wegen eines Herzleidens, Stelle wird nicht wiederbesetzt! Abschiedsgottesdienst am 09.02.1958, Umzug zur Tochter nach Kassel, verstirbt am 22.06.1960 in Kassel)  
  1948 - 1959: Pfarrer Hülsen (Nachfolger für Schröter, früher an St. Katharinen MD, 5. Pfarrstelle, Bezirk Süd, ab 06.01.1949 Superintendent des Kirchenkreises), Ruhestand im Okt. 1959
1951 - 1960:  Pfarrer Johannes Frank (In neue 6. Pfarrstelle berufen, Amtseinführung am 14.10.1951 durch Superintendent Hülsen, Ruhestand am 01.10.1960, Abschiedsgottesdienst am 09.07.1961, staatl. Genehmigung zum Umzug mit Frau und Tochter in den Westen)  
   
  13.06.1953: Die Gemeinde St. Ambrosius Süd wird für selbstständig erklärt und zur eigenständigen Gemeinde St. Michael
Es verbleiben 4 Pfarrstellen: Schmock, Bohn, Szogs und Frank  
   
  1959 - 19??: Superintendent Neumann (Nachfolger für Superintendent Hülsen)
1961 - 1975:  Pfarrer Martin Meyer (Im Februar gewählt, Nachfolger für Frank, Amtseinführung im Mai (Himmelfahrt) 1961 durch Sup. Neumann) ???? 
1963 - 1964:  Pfarrvikarin Gisela Krüger (Nachfolger für ????, 4. Pfarrstelle, erste Pastorin der Gemeinde, Amtseinführung am 10.03.1963, Jan. 1964 wegen "einer persönlichen Schuld" beurlaubt)  
1964 - 1978:  Pastorin Dorothea Bachran (1. Pfarrstelle, ab 01.07.1964, Amtseinführung am 27.09.1964, ab 01.02.1978 Anstaltsseelsorgerin der Pfeifferschen Stiftung in Crakau, 22.01.1978 Abschiedsgottesdienst)  
1976 - 1989:  Pfarrer Dr. Martin Hohmann (2. Pfarrstelle, Nachfolger für Meyer)  
1978 - 1983:  Pfarrer Lutz Herms (1.Pfarrstelle, Nachfolger für Bachran, Prediger aus Eilsleben, am 24.08.1978 gewählt, Amtseinführung am 04.03.1979, 1983 abgesetzt und ab 15.09. kommissarisch auf eine andere Pfarrstelle versetzt, zum 31.12.1983 ausgeschieden)  
1984 - 1996/8:  Pfarrer Dietrich Hüllmann (1. Pfarrstelle, für Herms, geb. 20.05.1933 in Wittstock, zuvor St. Mathäus-Gemeinde, Dienstantritt am 01.11.1984, 89-91 einziger Gemeindepfarrer)  
1991 - ...:  Pfarrer Conrad Herold  
   
2002 bis heute  
2002 wird die Gemeinde St. Ambrosius mit den Gemeinden St. Michael und Christus (Leipziger Straße), St. Sebastian (Lemsdorf) und Philippus (Reform) zusammengeschlossen zum Kirchspiel Magdeburg Süd. Die zwei Pastorenstellen des neuen Kirchspiels sind nun für alle 5 Kirchengemeinden zuständig. siehe links
   
... - 2010:  Pfarrer Conrad Herold (seit 01.07.2010 Schausteller und Zirkuspfarrer)  
????  
seit 2009:  Pfarrerin Brigitte Enke  
seit 2010:  Pfarrer Konstantin Rost  

Quellen:

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aktualisiert: 24.08.2015