Die Industriegeschichte Sudenburgs

Firmenblatt: Bearbeitungsstand: 11.10.2017

O. K. Bley

Maschinenfabrik

Firmendaten:

Gründung - Ende: 1921 - >1945
Gründer: Otto Kurt Bley (* ????, † ????)
Standort(e): ab 1921(3): Große Marktstraße, Magdeburg
ab <=1932: Harsdorfer Straße 37, Magdeburg-Wilhelmstadt (heute Stadtfeldt)
ab 1937: Lemsdorfer Weg 18, Magdeburg Sudenburg
ab 1940: Zweitwerk in Schönebeck, Margaretenstr.
Produkt(e): Maschinen für Autoreparaturwerkstätten, Zylinder- und Kurbelwellenschleiferei
Bemerkungen: Gründungsjahr unklar: Litheratur gibt 1923 an, die Preisliste von 1937 wirbt mit
"Aelteste seit 1921 modernst eingerichtete Zylinderschleiferei der Provinz." 

Firmenchronik:

Jahr: Ereignis:
1921(23) Firmengründung in der Großen Marktstraße, Magdeburg.
Otto Kurt (O.K.) Bley gründet eine Maschinenfabrik, die er als Zylinderschleiferei und die Herstellung von Maschinen für Autoreparaturwerkstätten spezialisiert. Mit ca. 20 Mitarbeitern wird für Kunden in ganz Deutschland produziert. [1]
1932 Umzug in die Harsdorfer Straße.
Spätestens 1932 zieht der Betrieb auf das Grundstück Harsdorfer Straße 37 in Magdeburg-Wilhelmstadt (heute Stadtfeld). Grundstück und ein dort vorhandenes Mehrfamilienhaus sind Eigentum des Böttchermeisters Wilhelm Frisch aus Magdeburg-Sudenburg, Halberstädter Straße 30b (heute Nr. 79). [3]
1937 Umzug nach Magdeburg-Sudenburg, an den Lemsdorfer Weg.
Im Rahmen einer Betriebserweiterung erwirbt O.K. Bley das Grundstück Lemsdorfer Weg 18 (vormals Nr. 7) [1], das zuvor von der Feilenfabrik Gebrüder Ufer GmbH genutzt wurde, und siedelt den Betrieb dorthin um. Gut laufende Geschäfte lassen die Mitarbeiterzahl auf etwa 50 anwachsen. [1]
 
Werbeanzeige Maschinenfabrik O.K. Bley
Werbeanzeige der Maschinenfabrik O.K. Bley, Magdeburg-Sudenburg.
[Bildquelle: Archiv Sudenburg-Chronik]
1939 06.07.: O.K. Bley meldet ein Patent an: "Einspannvorrichtung fuer Kurbelwellenschleifmaschinen". Veröffentlicht am 29.10.1942.
1940 O.K. Bley gründet einen Zweigbetrieb in Schönebeck / Elbe.
Dieser Zweigbetrieb in der Margaretenstraße beschäftigt ebenfalls ca. 50 Mitarbeiter. [1]
1941 13.05.: O.K. Bley meldet ein Patent an: "Verfahren zum Verringern des Innendurchmessers von Lagerschalen". Veröffentlicht am 05.02.1943.
1942 24.10.: O.K. Bley meldet ein Patent an: " Verfahren und Vorrichtung zum Einstellen des Bohrstahls bei Bohrwerken". Veröffentlicht am 06.11.1952.
Anm.: Insgesamt meldet der findige Tüftler im Laufe seiner Berufszeit über 70 Patente an. [1]
1945 Kriegsende.
Das Firmengelände im Lemsdorfer Weg übersteht trotz der kompletten Zerstörung des benachbarten "Alten Werkes" der Firma Polte (im April 1945) die Kriegszeit nahezu unbeschadet. Die Produktion kann ungehindert fortgesetzt werden. [1]
1953 "Übernahme" durch die MAW (Magdeburger Armaturenwerke) und Umfunktionierung zum Rationalisierungsbau. [2]
Nur Zweigwerk Schönebeck? Unklar.
1956 Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft.
Den Bleys wird eine staatliche Beteiligung aufgezwungen und der Betrieb in eine KG (Kommanditgesellschaft) umgewandelt.
Bley kann sich mit der damit verbundenen staatlichen Aufsicht nicht abfinden und geht einige Zeit später mit seiner Frau in den Westen (nach Singlis bei Kassel). Sohn Günter hatte der DDR bereits 1955 den Rücken gekehrt und war in die USA ausgewandert. [1]
Anm.: Gilt wohl nur für das Stammwerk in Sudenburg? Der Betrieb wird "staatlich" weiterbetrieben. Wie lange und unter welchem Namen ist unklar. Hier fehlen noch Informationen.
1963 14.02.: O.K. Bley meldet ein Patent an: "Tubenaufhänger". Veröffentlicht am 09.05.1963.
Anm.: Ein Beleg, dass O.K. Bley auch im Westen nicht untätig blieb. Ob er eine neue Firma gründete ist allerdings noch unklar.
1992 Rückübertragung an die Erben nach der Wende.
Im Jahr 1992 wird die Firma an die Erben rückübertragen. Die Firmengebäude am Lemsdorfer Weg in Sudenburg sind allerding in so schlechtem baulichen Zustand, dass sie abgerissen werden müssen. Bis heute klafft dort eine Baulücke. Das Gelände ist durch einen Maschendrahtzaun abgesichert, verwildert aber zunehmend. Bis auf einen Mauerrest am benachbarten Wohnblock erinnert nichts mehr an den ehemaligen Betrieb.
Der Betrieb in Schönebeck kann saniert werden und produziert zunächst als "O.K. Bley Engineering GmbH" in der Dorotheenstraße 7. Hergestellt werden Montageanlagen und Prüfstände für die Armaturenindustrie.
2006 01.09.: Neugründung der Firma als "OKB Sondermaschinenbau GmbH" und Betriebsübernahme der Altgesellschaft. Der Hauptsitz der Firma befindet sich weiterhin in Schönebeck, Dorotheenstraße 7. [2]
Die Firma OKB ist Mitglied der Firmengruppe Schloss Neugattersleben.

Quellen:

Fundstellen:

Maschinen-Fabrik O. K. Bley - Preisliste 1937.
"Aelteste seit 1921 modernst eingerichtete Zylinderschleiferei der Provinz."
Magdeburg-Sudenburg, 62 S., einige Abb., umfangreiche Preislisten.

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