Die Industriegeschichte Sudenburgs

1914 - 1945: Die Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise

Der Erste Weltkrieg, die darauf folgende Hyperinflation in Deutschland und die Weltwirtschaftskrise (1920er und 1930er Jahre) stellten einen harten Einschnitt für Sudenburg dar. Einige der großen Arbeitgeber gingen in Konkurs, andere mussten ihre Belegschaft drastisch reduzieren, um diese schwere Zeit zu überstehen. Von den etwa 12.000 Beschäftigten der Firma Polte mussten 11.750 entlassen werden. Mit nur noch 250 Mitarbeitern stellte man den Betrieb auf eine bescheidene zivile Produktion um. Das Stammwerk an der Halberstädter Straße musste vorübergehend völlig stillgelegt werden.
Für folgende Sudenburger Traditionsbetriebe kam in dieser Zeit das Aus:

1925 - Konkurs der Sudenburger Maschinenfabrik und Eisengießerei AG.
1927 - Konkurs der Zuckerraffinerie E. C. Helle.
1928 - Die von Wolf Buckau übernommene Maschinenfabrik von Röhrig & König wird stillgelegt.
um 1930 - Die Fabrik von Hermann Liebau geht in Konkurs.

Mit Überwindung der Weltwirtschaftskrise stabilisierte sich die Situation der verbliebenen Betriebe langsam wieder und die Arbeitslosigkeit ging zurück.
Den 2. Weltkrieg überstanden die meisten Sudenburger Betriebe ohne große Schäden. Hatte Sudenburg die Kriegszeit relativ unbeschadet überstanden, so gab es in den letzten Kriegstagen doch noch große Zerstörungen. Da die Nazibefehlshaber eine Übergabe der Stadt Magdeburg abgelehnt hatten, begann eine sechstägige Belagerung durch amerikanische Truppen. Durch einen Bombenangriff und Granatbeschuss auf eine von der Wehrmacht errichtete Panzersperre auf der Halberstädter Straße, im Einmündungsbereich Kroatenweg, wurde die Sudenburger Zuckerraffinerie getroffen und schwer beschädigt. Die meisten Bomben schlugen jedoch im Kreuzungsbereich Halberstädter Straße / Bergstraße ein. Viele Wohngebäude in diesem Bereich wurden zerstört oder schwer beschädigt.
Im Mittelabschnitt der Halberstädter Straße wurde das Stammwerk der Firma Polte (heute" Sudenburger Wochenmarkt") durch Bomben und Granaten fast völlig zerstört, auch einige angrenzende Wohngebäude vielen diesen Angriffen zum Opfer.
Im weiteren Verlauf der Halberstädter Straße traf es die Niederlassung der Adam Opel AG, den Portal- und Ostflügel des Justizpalastes und viele Wohngebäude im Einmündungsbereich der Leipziger Straße. Die Narben dieser Angriffe sind noch heute im Sudenburger Straßenbild sichtbar.


nach oben weiter mit "Die Nachkriegs- und DDR-Zeit"

aktualisiert: 11.12.2014