Die Industriegeschichte Sudenburgs

Firmenblatt: Bearbeitungsstand: 25.02.2018

Schneider & Helmecke

Maschinenfabrik

Firmendaten:

Gründung - Ende: 1878 - 19??
Gründer: ???? (* ????, † ????)
Standorte: 1878: ????
bis 1928: Magdeburg-Sudenburg, Lemsdorfer Weg 15b
ab 1929: Offenbach am Main, Friedrichsring 32
Produkt(e): 1913: "Specialfabrik für Condenstöpfe und Rückleiter", Schwimmer-Ventile
Bemerkungen:  
Briefkopf Schneider &anp; Helmecke 1913
Briefkopf Schneider & Helmecke von 1913.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]

Firmenchronik:

Jahr: Ereignis:
1878 Firmengründung als:
Schneider & Helmecke, Magdeburg
Technisches Geschäft

"Otto-von-Guericke-Str. 4 (Altstadt)"
[1] (Ohne Jahresangabe)
1884 Einträge im Mitgliederverzeichnis des VDI (Verein Deutscher Ingenieure):
- Schneider, Alb., Ingenieur, i. F. Schneider & Helmecke, Magdeburg. (1884 bis 1892 geführt)
- Behrend, Adolf, Ingenieur der Firma Schneider & Helmecke, Magdeburg. (1894 und 1895 geführt)
[Mitgliederverzeichnis des VDI 1884 bis 1892]
1886 Ein Illustrierter Firmenkatalog gibt Auskunft über die Anfänge der Firma:

SCHNEIDER & HELMECKE.
Technisches Geschäft Magdeburg.
Lager von Bedarfs-Artikeln für Zuckerfabriken, Brauereien, Brennereien, Chemische Fabriken, Gruben, Darren, Spinnereien, Papier- und Tuch-Fabriken


Katalog mit zahlreichen Abbildungen, 88 Seiten, gedruckt bei A. Wohlfeld, Magdeburg, 1886
[Quelle: www.zvab.com / Magdeburger Antiquariat
1897 Aus dem Technischen Geschäft ist inzwischen eine Maschinenfabrik geworden. An welchem Standort sie zu diesem Zeitpunkt produzierte, ist unklar. Nachfolgender Anzeige bewirbt folgende Produkte:
- Condenstöpfe oder Wasserableiter (D. R. - Patente) -
- Vorwärmer - federnde Rohrkratzer - federnde Rohrschaber -

Weiterhin auch Handelsgeschäft, durch ein "Reichhaltiges Lager technischer Bedarfsartikel"


Werbeanzeige Schneider & Helmecke 1897
Werbeanzeige Schneider & Helmecke von 1897.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]

1902 Patent Michaelis.


Briefkopf Schneider &anp; Helmecke 1929
1902 erteiltes Patent für Friedrich Michaelis, Magdeburg-Sudenburg:
"Dampfwasserableiter"

[Bildquelle: Archiv T. Garde]

Das "Patent Michaelis" wird in der Werbung der Firma Schneider & Helmecke eine große Rolle spielen.
1913 Inhaber von Schneider & Helmecke sind 1913 der Ingenieur P. Berthold und Edmung v. Schütz.
[Siehe Briefkopf von 1913 am Kopf der Seite]
1922

Briefkopf Schneider &anp; Helmecke 1929
Ausschnitt aus Werbeanzeige Schneider & Helmecke von 1922.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]

Die Maschinenfabrik Schneider & Helmecke wirbt hier für ihre Haupt-Spezialität: Rückleiter, zur direkten Rückführung heißer Kondenswässer in den Dampfkessel.
  Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.
1922 oder 1923 wird die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Neuer Firmeneigentümer wird in diesem Zusammenhang die Magdeburger

Eisenmatthes Richard Gustav Matthes AG .

Vorstand und Direktor wird (spätestens 1927) Heinrich Grützmann, Schwager von Richard Gustav Matthes. Der genaue Übernahmezeitpunkt ist noch ungeklar. Schneider & Helmecke war die erste Firmenübenahme der Eisenmatthes AG. Es folgten die Dampfkesselfabrik Weinbrenner & Co., Neunkirchen (1923) und die Landwirtschaftliche Maschinenfabrik H. Zimmermann Nachf., Magdeburg-Wilhelmstadt (heute Stadtfeld-Ost), Olvenstedter Str. 28.
Viele Firmen gingen infolge der Inflation nach dem I. Weltkrieg (1914-18) an die Börse, meist zwischen 1921 und 1925. 1923 war der Höhepunkt der Inflaton (Hyperinflation), die mit einer Währungsreform im November 1923 beendet wurde.
In einer Werbeanzeige von 1926 trägt die Firma bereits den Zusatz "Aktien-Gesellschaft". [1, S.171, Abb. 193]
1925 Eintrag im Mitgliederverzeichnis des VDI (Verein Deutscher Ingenieure):
- Stühm, Erich, Ingenieur, Schneider & Helmecke AG, Gutenbergstr. 5, Magdeburg.
[Mitgliederverzeichnis des VDI 1925]
1927 Magdeburger Adressbuch 1928, Handelsregister:
Schneider & Helmecke Aktiengesellschaft,
Grundkapital 100.000 RM, Lemsdorfer Weg 15b (,Magdeburg-Sudenburg),
Vorstand: Direktor Heinrich Grützemann, hier (= Brandenburger Straße 2 I, Magdeburg-Altstadt)
Aufsichtsrat: Hüttenbesitzer Franz Wagenführ von Arnim, Tangerhütte,
Direktor Julius Lehnert, Tangerhütte,
Direktor Max Thiel, Stendal,
Prokurist: Erich Gellrich
1929 Umzug nach Offenbach am Main.
Der Produktionsstandort Magdeburg wird komplett aufgegeben. Ansprechpartner der Gesellschaft ist in Magdeburg nur noch durch ein Vertreter. Dies ist 1929 der Ingenieur K. F. L. Peilert, wohnhaft in der Schenkendorfstr. 21, Magdeburg-Wilhelmstadt (heute Stadtfeld-Ost).


Briefkopf Schneider &anp; Helmecke 1929
Briefkopf Schneider & Helmecke von 1929, nach dem Umzug nach Offenbach.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]
1930/31

Briefkopf Schneider &anp; Helmecke 1929
Ausschnitt aus Werbeblatt Nr. 137 der Schneider & Helmecke AG, Offenbach. (wohl von 1930):
"Kondenswasser-Rückleiteranlage • MICHAELIS •"
[Bildquelle: Archiv T. Garde]

Briefkopf Schneider &anp; Helmecke 1929
Werbeblatt Nr. 161 der Schneider & Helmecke AG, Offenbach. (möglicherweise 1931):
"Elektrisch gesteuerte Ventile"

[Bildquelle: Archiv T. Garde]
1930er Besitzerwechsel:
Hintergrund ist die Insolvenz des Mutterkonzerns, der Eisenmatthes Richard Gustav Matthes AG, Magdeburg. Sie wurde Opfer der Weltwirtschaftskrise. Wegen drastischem Auftragsrückgang und nicht einzubringender hoher Aussenstände, kommt die Muttergesellschaft in Zahlungsschwierigkeiten. Zum 01.01.1932 werden alle Zahlungen eingestellt. Am 6.5.1932 wird ein Vergleichsverfahren eröffnet, mit dem Ziel der Liquidation der Gesellschaft, die bis 1943 noch nicht abgeschlossen war.
Schneider & Helmecke wird von den Von Arnim'schen Werken übernommen und als
Von Arnim'sche Werke GmbH Werk Schneider & Helmecke
am Standort Offenbach weitergeführt. Der Hüttenbesitzer Franz Wagenführ von Arnim (Tangerhütte) war vor der Verlegung der Firma nach Offenbach bereits Aufsichtsratsmitglied der Aktiengesellschaft.

Briefkopf Schneider &anp; Helmecke 1929
Werbeblatt Schneider & Helmecke von ca. 1939.
Nach Übernahme durch die von Arnim'schen Werke herausgegeben.

[Bildquelle: Archiv T. Garde]
  Die Fabrik übersteht den 2. Weltkrieg. Litheraturhinweise auf Schneider & Helmecke finden sich noch aus den 1950er und 1960er Jahren. Wann und warum die Firma die Produktion einstellte ist unklar. Möglicherweise passte die Produktpalette einfach nicht mehr in die Zeit.
1995 Letzte Registerbekanntmachung
30.05.1995
HRB 2444 -- 30. Mai 1995: von Arnim'sche Werke Gesellschaft mit beschränkter Haftung Werk Schneider & Helmecke, Offenbach am Main. Die Firma der Hauptniederlassung ist gemäß § 2 des Löschungsgesetzes vom 09. Oktober 1934 von Amts wegen gelöscht. Die Zweigniederlassung ist aufgehoben.
[Quelle: https://www.moneyhouse.de/von-Arnimsche-Werke-Gesellschaft-mit-beschraenkter-Haftung-Werk-Schneider-Helmecke-Offenbach-am-Main]

Quellen:

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