Die Industriegeschichte Sudenburgs

Firmenblatt: Bearbeitungsstand: 26.02.2018

Eisenmatthes Richard Gustav Matthes AG

Firmendaten:

Gründung - Ende: 1909 - 1932
Gründer: Richard Gustav Matthes (* 02.09.1885, † 07.10.1930 in Magdeburg)
Standort(e): Werk I: Eisenmatthes, Magdeburg-Sudenburg, Sudenburger Wuhne
Werk II: Gebr. Böhmer Act.-Ges., Magdeburg-Neustadt
Werk III: Bergisches Press- und Hammerwerk GmbH, Bergisch-Gladbach
Zentralverwaltung AG: Kölner Straße 7, Magdeburg
(zuvor Wilhelmstraße, heute Teil der Ernst-Reuter-Allee)
Produkt(e): Betrieb einer Eisengießerei sowie Herstellung von Maschinenbauteilen, insbesondere Riemenscheiben und Transmissionsriemen.
Bemerkungen: Zweigniederlassungen mit Lager in Berlin, Bremen, Breslau, Essen, Frankfurt a.M., Hamburg, Hannover(-Linden, Falkenstraße 35), Leipzig, Königsberg i. Pr. und Nürnberg.
Börsennotiert in Berlin, Magdeburg und Köln. 
Briefkopf Eisenmatthes 1920
Briefkopf Eisenmatthes von 1920.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]

Firmenchronik:

Jahr: Ereignis:
1909 Firmengründung als:
Richard Gustav Matthes, Magdeburg.
Rohrleitungs- und Maschinenbau-Bedarfsartikel


Foto Richard Gustav Matthes
Firmengründer Richard Gustav Matthes (1885-1930).
[Bildquelle: © I. Güttler]

Die Anfänge waren bescheiden. Das Kontor befand sich im Mehrfamilienwohnhaus Bahnhofstraße 23, in der Altstadt Magdeburg. Ganz in der Nähe, Oranienstraße 5 (heute Danzstraße) befand sich das Lager.
Eine kleine Fabrikation befand sich in Sudenburg, auf dem Hinterhof des Grundstücks Braunschweiger Straße 5. Der Kupferschmiedemeister M. Seidemann ließ sich dort 1885 nach Plänen von Max Behrend ein viergeschossiges Wohn- und Mietshaus errichten. Durch eine Tordurchfahrt im Gebäude gelangt man auf den Hof. In der dort gelegenen ehemaligen Kupferschmiedewerkstadt, zeittypisch aus rotem Ziegel-Sichtmauerwerk errichtet, brachte Matthes seine erste "Fabrik" unter. Gründerzeitmietshaus und Werkstattgebäude sind saniert und stehen unter Denkmalschutz.

Firmenadressen Matthes auf Preisliste
Firmenadressen auf der Titelseite der Preisliste.
Als Telegramm-Adresse ist bereits der spätere Name "Eisenmatthes" zu lesen.
[Bildquelle: © I. Güttler]

Foto Richard Gustav Matthes
Denkmalgeschütztes Wohngebäude Braunschweiger Straße 5 in Sudenburg.

Foto Richard Gustav Matthes
Tordurchfahrt des Gebäudes. Auf dem Hof ist die "Fabrik" zu sehen, die ehemalige Kupferschmiede.
[Aufnahmen von Februar 2018]

1912
Briefkopf Eisenmatthes 1912
Briefkopf "Richard Gustav Matthes" von 1912.
[Bildquelle: © I. Güttler]

1920 Expansion und Umbenennung.
Die Zeit zwischen 1912 und 1920 verläuft für die Firma sehr erfolgreich. Aus der ursprünglichen Handelsfirma wird eine Maschinenfabrik. Die Fabrik zieht innerhalb Sudenburgs um. Die Fabrikation an der Braunschweiger Straße 5 wird aufgegeben und auf ein größeres Grundstück "Am Bahnhof" (heute als Sudenburger Wuhne benannt) verlegt. Direkter Nachbar dort ist die Maschinenfabrik Georg Becker (Transportanlagen), aus der die noch heute dort produzierende Firma FAM (Förderanlagen Magdeburg) hervorgeht.

Neuer Firmenname auf Katalog
Briefkopf der Maschinenfabrik "Richard Gustav Matthes" auf einem Katalogumschlag.
Noch unter dem ursprünglichem Firmennamen am neuen Standort "Am Bahnhof".
[Bildquelle: © I. Güttler]


Wohl zwischen 1916 und 1920 kam die "Gebr. Böhmer Aktiengesellschaft, Maschinenfabrik und Eisengiesserei" ins Unternehmen. Ein Firmenschreiben vom 24. Januar 1916 enthält zumindest noch keinen Hinweis auf die Fa. Matthes. Das 1835 gegründete Traditionsunternehmen mit Standort in Magdeburg-Neustadt, Lübecker Straße 131, wird zunächst unter seinem Ursprungsnamen als "Werk II" geführt. Ob hier eine Fusion oder Übernahme stattfand, ist noch ungeklärt.
Auch wann und wie Werk III, die "Bergische Press- und Hammerwerk GmbH", in das Unternehmen kam ist unklar, ebenso wie lange es bestand. Nach 1922 finden sich keine Hinweise mehr auf dieses Werk III in Bergisch-Gladbach.


Briefkopf Gebrüder Böhmer Aktiengesellschaft 1911
Briefkopf der Gebr. Böhmer Aktiengesellschaft, Magdeburg-Neustadt, von 1911.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]

Der Name ändert sich in "Eisenmatthes Richard Gustav Matthes" (siehe Briefkopf von 1920 am Seitenanfang). Bis 1920 hat die Firma bereits stark expandiert:
Werk I: "Eisenmatthes Richard Gustav Matthes, Magdeburg-Sudenburg, Am Bahnhof"
Werk II: "Maschinenfabrik Gebr. Böhme AG, Magdeburg-Neustadt, Lübecker Straße 131"
Werk III: "Bergisches Press- und Hammerwerk, G.m.b.H., Bergisch-Gladbach bei Köln"
Auch bestehen 1920 bereits fünf Filialen: Nürnberg, Essen, Berlin, Leipzig und Hamburg.
Wann genau die Werke II und III übernommen und die Filialen gegründet wurden ist noch ungeklärt. Kontor (Bahnhofstraße) und Lager (Oranienstraße) sind 1920 nicht mehr aufgeführt.
 

Werk 2 der Eisenmatthes AG
Werk II: "Gebr. Böhmer AG - Eisenmatthes" in Magdeburg - Neustadt.

Werk 1 der Eisenmatthes AG
LKW mit Aufschrift "Eisenmatthes Magdeburg".
(Standort unklar. Vor Werk I?)
[Bildquelle: 2 x © I. Güttler]
1921 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.
AG seit 14.10.1921 mit Wirkung ab 1.1.1921; eingetragen am 12.11.1921. [1]
1922
Briefkopf Eisenmatthes Niederlassung Hannover 1922
Briefkopf auf Rechnung von 1922 der Niederlassung Hannover-Linden der Eisenmatthes AG.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]

Die Rückseite des Rechnungsblattes gibt Auskunft über Werke und Niederlassungen der Gesellschaft 1922:

Werk I: "Eisenmatthes Aktiengesellschaft, Magdeburg-Sudenburg, Am Bahnhof"
Werk II: "Eisenmatthes Aktiengesellschaft, vorm. Gebr. Böhme A.-G., Magdeburg-Neustadt, Lübecker Straße 131"
Werk III: "Bergisches Press- und Hammerwerk, G.m.b.H., Bergisch-Gladbach bei Köln"

Zentralverwaltung und Handelsabteilung:
Magdeburg, Wilhelmstraße 7 (umben. in Kölner Str., heute Teil der Ernst-Reuter-Allee)

Die Anzahl der Niederlassungen hat sich jedoch um 5 weitere auf 10 erhöht:
- Berlin NW. 40, Lehrter Straße 18/19
- Bremen, Bornstraße 10
- Breslau, Gräbschener Straße 187 - 199
- Essen, Huttropstraße 18
- Frankfurt a. M., Büro: Rödelheim, Alexanderstraße 7, Lager: Obermainstr. 60
- Hamburg, Große Reichenstraße 63-65
- Hannover-Linden, Falkenstraße 35
- Köln a. Rh., Brüsseler Straße 81, Ecke Bismarckstraße
- Leipzig, An der alten Elster 6-7
- Nürnberg, Marienstraße 17
 

Ansichtskarte Wilhelmstraße von 1918
Blick von der Bahnüberführung in die Wilhelmstraße 1918.
Das zweite Gebäude links (helle Farbe) beherbergt die Zentralverwaltung.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]

Die Ansichtskarte von 1918 zeigt die Wilhelmstraße (nach Ende der Monarchie umbenannt in Kölner Straße). Links im Bild die Magdeburger Hauptfeuerwache (damals Hausnummer 8a), dahinter mündet die Brandenburger Straße ein. Darauf folgt (helles Gebäude) die Hausnummer 7, die Zentralverwaltung der Eisenmatthes AG. Das Gebäude ist Eigentum der Aktiengesellschaft. Teile des Gebäudes sind vermietet. Neben einigen Wohnungsmietern sind (1928) u.a. das Bahnpostamt 7 und die Getreidehandlung Kühne & Co. GmbH an der Adresse Kölner Straße 7 gemeldet.
Info: Das Gebäude der Feuerwache steht heute unter Denkmalschutz. Alle anderen Gebäude wurden im 2. Weltkrieg zerstört. Heute ist dieser Straßenabschnitt Teil der Ernst-Reuter-Allee.
1923 Die Eisenmatthes AG expandiert weiter.
Folgende drei Firmen werden (in folgender Reihenfolge) übernommen:

- Maschinen- und Armaturenfabrik Schneider & Helmecke, Magdeburg
- Dampfkesselfabrik Weinbrenner & Co. in Neunkirchen. (1923) [1]
- Landwirtschaftliche Maschinenfabrik H. Zimmermann Nachf., Magdeburg.
  Informationen zur Fa. Schneider & Helmecke:

Schneider & Helmecke AG

Direktor Grützemann ist Schwager von Richard Gustav Matthes.
  Informationen zur Fa. Weinbrenner:

Werbung Fa. Weinbrenner 1897
Werbeanzeige der Firma C. Weinbrenner von 1897:
Dampfkessel aller bewährten Systeme
[Bildquelle: Archiv T. Garde]

Wann erfolgte die Übernahme/Beteiligung? Während der Hyperinflation 1923 oder nach der Währungsreform vom 15. November 1923?

Gründung vor 1887.

1887:
Kaiserliches Patentamt, Patentschrift No. 43805, Klasse 13: Dampfkessel nebst Ausrüstung
Ausgegeben den 24. Juli 1888.
C. Weinbrenner in Neunkirchen bei Siegen (Westfalen): "Neuerung an stehenden Röhrenkesseln",
Patentiert im deutschen Reiche vom 5. November 1887 ab.

Zeitraum: 1892 - 1905, Dampfkesselfabrik C. Weinbrenner GmbH, Spezialität (um 1892): Röhrenkessel.
Quelle: Homepage Albert Gieseler

Dampfkesselfabrik Weinbrenner & Co. AG, Neunkirchen
Archivaliensignatur: BArch, R 8127/11144
Kontext: Berliner Handelsgesellschaft >> R 8127 Berliner Handelsgesellschaft >> Firmen A - Z >> D
Laufzeit: 1923-1935
Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek

PDF-Datei: Blickpunkt Wirtschaft regional, Siegerland, Olpe, Wittgenstein, 4 /11:
Artikel: 111 Jahre Firma Capito in Neunkirchen
"... In den 1930er Jahren, mit dem Aufkommen der Schweißtechnik, erfolgte der Einstieg in den Behälter- und Apparatebau. Nachdem die ortsansässige Kesselschmiede Weinbrenner die Produktion von genieteten Behältern aufgegeben hatte, übernahm Capito von dort Mitarbeiter. Dieses Know-how im Behälterbau bildete dann 1934 die Grundlage für einen weiteren Geschäftsbereich, die Fertigung von Heizkesseln. ..."
Quelle: www.Capito-gmbh.de
  Informationen zur Landmaschinenfabrik H. Zimmermann Nachf.:

1870 Gründung als F. Zimmermann & Comp. (Filiale von Halle) [3]
1882 Unter neuem Namen H. Zimmermann [3]
1887 H. Zimmenmann Nachf., Olvenstedter Str. 28, Wilhelmstadt (heute Stadtfeld-Ost) [3]
1923 Übernahme durch die Eisenmatthes AG.
 

Werbekarte 1923 Vorderseite Werbeanzeige 1923 Rückseite
Werbekarte von 1923.

Werbebroschüre Eisenmatthes Transmissionen
Deckblatt einer undatierten Werbebroschüre "Transmissionen".
[Bildquelle: 2 x Archiv T. Garde]
1923

Notgeld Gutschein 1923
Gutschein über 2.000.000 Mark, nur ca. 5 Wochen gültig.
[Bildquelle: © I. Güttler]

Der Gutschein über 2.000.000 Mark wurde am 22. August 1923 herausgegeben, kurz vor dem Höhepunkt der Hyperinflation. Innerhalb der nächsten zwei Monate verlor das Geld noch einmal um den Faktor 100 an Wert. Die Inflation hatte 1918 aufgrund der Kriegsschulden schleichend begonnen und sich am Höhepunkt, im Herbst 1923, zu einer Hyperinflation entwickelt. Mit einer Währungsreform fand sie am 15. November 1923 ihr Ende.
1924 Patenterteilung: Bekanntgemacht im Patentblatt vom 26. Juni 1924.
Kl. 20 g, Gr. 3. 399 381. Eisenmatthes Richard Gustav Matthes Akt.-Ges. Werk II vorm. Gebr. Böhmer A.-G., Magdeburg-Neustadt: "Arbeitsbühne in Löschgruben für Lokomotiv- und Wagenstände." 2. IX. 23. E 29 817
[Quelle: "Der Bauingenieur", Heft 19 vom 10. Oktober 1924]
1925 Folge "Barmat-Skandal"?: Durch Umwandlung ihrer Forderungen in Aktienkapital wird die Deutsche Merkurbank AG in Berlin Mehrheitsaktionär. [2]

Aktie Eisenmatthes AG
1925 ausgegebene Aktie der "EISENMATTHES Richard Gustav Matthes AG".
[Bildquelle: Archiv T. Garde]
1925
1925 Eisenmatthes Schuldverschreibung
Am 18. September 1925 ausgegebene Teilschuldverschreibung.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]

Ausgegeben wurden Anleihen "für 1,5 Millionen Goldmark 9 prozentige hypothekarisch sichergestellte Teilschuldverschreibungen der Eisenmatthes Richard Gustav Matthes Aktiengesellschaft, Magdeburg." Der Tilgungsplan sah eine Ablösung bis zum 01.07.1950.
Unterschrieben für die Aktiengesellschaft: Richard Gustav Matthes und Paul M. Ebenstein.
Quelle: Informationen gem. Innenblatt der Urkunde]
1925 Personalien:
- Brotrück, Paul, Oberingenieur Eisenmatthes AG, Wohnadr.: Kleiststr. 1, MD-Wilhelmstadt (heute Stadtfeld)
- Planer, Kurt, Oberingenieur Eisenmatthes AG, Zentralverwaltung, Wohnadr.: Oststr. 7, MD-Werder
- Voß, Johannes, Ingenieur, Eisenmatthes AG, Werk II, MD-Neustedt, Wohnadr.: Oststr. 7, MD-Werder
[Quelle: Mitgliederliste des VDI 1925]

Quelle: Die Weltbühne, Herausg. Siegfried Jacobsohn, Wochenschrift für Politik-Kunst-Wirtschaft, 21.Jahrgang, 2. Halbjahr 1925, Verlag der Weltbühne, Charlottenburg-Königsweg 33
"Aufsichtsräte von Morus
Parlamentarische Nebenbeschäftigung
... Von den Landtagsleuten hat Ernst Heilmann seinen privatkapitalistischen Neigungen noch immer nicht entsagen können. Doch hat er sich jetzt auf drei Gesellschaften: auf Eisenmatthes, die Lippischen Werke A.-G. und die Vereinigten Tuchwerke Mann & Reinhard A.-G. zurückgezogen. ..."
1927 Adressbuch 1828, Handelsregistereintrag:
Eisenmatthes Richard Gustav Matthes,
Aktiengesellschaft, Grundkapital 2.225.000 Mark, Lübecker Str. 131,
Vorstand: Richard Gustav Matthes u. Paul M. Ebenstein.
Stellv. Vorstand: Kaufmann Hans Matthes.
Aufsichtsrat: Komm. Rat Berthold Manasse, Berlin, Rechtsanwalt Dr. Dalsheim, Berlin, Justizrat Eduard Guttmann, Magdeburg, Bankier Curt Haase, Berlin, Generaldirektor Karl Hartmann, Magdeburg, Generaldirektor Heinze, Berlin, Rechtsanwalt Dr. Kohlen, Köln, Bankier Dr. F. Lindemann, Halberstadt, Oberregierungsrat Dr. Reis, Berlin.
Ges. Prok.: Gustav Saeger u. Paul Brotrück.
1929

Werbung Eisenmatthes AG 1929
Werbeanzeige "Gußeiserne Zahnräder" der "EISENMATTHES AG" von 1929.
[Bildquelle: Archiv T. Garde]
1930 Quelle: Wirtschaft und Statistik, Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Berlin W15, Kurfürstendamm 193/94, 1930, 2. Septemberheft, 10. Jahrgang, Nr. 18
(Redaktionsschluss 22. September 1930, Ausgabetag 26. September 1930), Seite 764:
"... Im August 1930 wurden 30 Kapitalherabsetzungen um zusammen Mill RM vorgenommen, davon waren 8 mit gleichzeitigen Erhöhungen um zusammen 3 Mill RM verbunden. Zu nennen sind: die A.-G. Eiserfelder Steinwerke in Eiserfeld a. Sieg (um 2,5 Mill RM, die Eisenmatthes Richard Gustav Matthes A.-G. in Magdeburg (um 2 Mill. RM) und die Kraftverkehrs A.-G. Westfalen in Dortmund (um 1 Mill. RM). ..."
1930 Firmengründer Richard Gustav Matthes verstirbt am Dienstag, den 07. Oktober 1930 nach längerer Krankheit im Alter von nur 45. Jahren. Am Freitag, den 10. Oktober 1930 wird er auf dem Magdeburger Westfriedhof beigesetzt.
1931 Adressbuch 1932, Handelsregister:
Eisenmatthes Richard Gustav Matthes,
Aktiengesellschaft, Grundkapital 500.000 RM., Lübecker Straße 131.
Vorstand: Paul M. Ebenstein.
Stellv. Vorstand: Kaufmann Hans Matthes.
Ges. Prok.: Gustav Saeger u. Paul Brotrück
1932 Die Magdeburger Volksstimme berichtet, das die Aktiengesellschaft in finanzielle Schieflage geraten ist und zum 01.01.1932 die Zahlungen eingestellt hat. [VS 02.01.1932]

Opfer der Weltwirtschaftskrise: Am 6.5.1932 Eröffnung des Vergleichsverfahrens mit Liquidation der Gesellschaft, die bis 1943 nicht abgeschlossen war.

Quelle: https://www.wertpapier-shop.de/index2.php?page=shop&sub=search&fv=1&ih=1&id=970&title=Eisenmatthes%20%20Richard%20Gustav%20Matthes%20AG&cai=970
Eisenmatthes Richard Gustav Matthes AG, Aktie 100 RM Magdeburg, Oktober 1924
Betrieb einer Eisengiesserei sowie Herstellung von Maschinenbauteilen, insbesondere Riemenscheiben und Transmissionsriemen.
Gegründet am 1909; AG seit 14.10.1921 mit Wirkung ab 01.01.1921; eingetragen 12.11.1921.
Hervorgegangen aus der Firma Richard Gustav Matthes, Magdeburg.
06.05.1932 Eröffnung des Vergleichsverfahrens mit Liquidation der Gesellschaft, die bis 1943 nicht abgeschlossen war.
Beteiligung (1943): Dampfkesselfabrik Weinbrenner & Co., Neunkirchen.
1936 Die Maschinenfabrik Emil Wieger übernimmt den Standort an der Sudenburger Wuhne und stellt dort Transportanlagen her. Zuvor produzierte sie auf dem Grundstück Helmholtzstraße 5.

Quellen:

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