Die Geschichte der katholischen Kirche St. Marien

1867 bis heute

Vorwort:
Die Industrialisierung hatte in zunehmender Zahl Arbeiter mit ihren Familien nach Sudenburg geführt, die in den hiesigen Fabriken Arbeit fanden. Unter ihnen waren auch viele Katholiken, die aus dem Osten, besonders Oberschlesien, dem Eichsfeld und Süddeutschland stammten. Durch diesen Zuzug hatte sich der Anteil der katholischen Bevölkerung in der vormals (fast) rein evangelischen Stadt Sudenburg auf etwa 15 % erhöht.

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Chronik:

 - 1861 -   [nach oben]

05.02.: Die Sudenburger katholische Gemeinde wird von Magdeburg gelöst und vom Paderborner Bischof Konrad Martin zur selbstständigen Missionspfarrei erhoben. [???]

 - 1862 -   [nach oben]

1862 - 1863 Missionspfarrer Schröder. [???]

 - 1863 -   [nach oben]

1863 - 1866 Missionspfarrer Trippe. [???]

Der Wunsch der Gemeinde nach einer eigenen Kirche nimmt Gestalt an. Bisher hatte man eine bereits bestehende private katholische Schule als Gottesdienstraum genutzt, der jedoch von Anfang an zu klein war. Auf der schwierigen Suche nach einem passenden Grundstück wird man schließlich in der Morgenstraße (heute Rottersdorfer Straße) fündig. [???]

 - 1867 -   [nach oben]

13.05.: Grundsteinlegung für den Kirchenneubau. [???]

08.12.:  Weihe der Kirche St. Marien.
Handwerker und Gemeindemitglieder hatten sich ordentlich ins Zeug gelegt und die Kirche in nur 7 Monaten erbaut.
Anm.: Auf dem Kirchengrundstück befand sich früher der Dorfteich, was bis heute zu Problemen führt. Bei stärkeren Regenfällen kommt es vor, dass Grundwasser in den Keller des Kirchengebäudes drückt und abgepumpt werden muss. [???]

 - 1869 -   [nach oben]

06.09.: Pfarrer Johannes Teplich (* 18.09.1843, † 22.03.1890) wird an St. Marien versetzt. Vorher war er bereits zwei Jahre (seit 05.09.1867) als Schulvikar in Ottersleben tätig. [???]

 - 1892 -   [nach oben]

Einbau einer vom Orgelbaumeister Wilhelm Rühlmann (Zörbig) gefertigten Orgel in die Kirche.
Anm.: Nach Opusliste Fa. Rühlmann: Opus-Nr. 125, Umfang: II/22, Bem.: nach 1950 zerstört. (Falsch. Vor 1945 durch Kriegseinwirkung!) [???]

 - 1897 -   [nach oben]

St. Marien wird eine eigenständige Pfarrei. [???]

 - 1901 -   [nach oben]

Einbau einer neuen Kanzel. [???]

 - 1910 -   [nach oben]

Die Kirche erhält einen neuen Kreuzweg. [???]

 - 1913 -   [nach oben]

Einbau einer beim Sudenburger Uhrmachermeister Herrmann-Ernst Meyer in Auftrag gegebenen Turmuhr. (Uhren Meyer, Halberstädter Straße). [???]

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Mittelschiff von St. Marien um 1915.
Bildquelle: Archiv Sudenburg-Chronik

 - 1923 -   [nach oben]

Ostern: Eine zweite, 10 Zentner schwere Glocke wird angeschafft. [???]

In diesem Jahr wird auch die Sakristei angebaut. [???]

 - 1931 -   [nach oben]

Der Chorraum wird mit farbigem Stoff bespannt. [???]

 - 1936 -   [nach oben]

Die Sakristei wird erweitert und eine Heizung in die Kirche eingebaut. [???]

 - 1940 -   [nach oben]

10.06.:  Ein neuer Hochaltar wird geweiht.
Eingefügt wurden die Reliquien der heiligen Märtyrer Viktor von Xanten und Laetantia. Den Gläubigen wurde für den Tag der Weihe ein Ablass von einem Jahr und für den Jahrestag von 50 Tagen gewährt. [???]

 - 1930er/40er -   [nach oben]

Weitere Ereignisse während der 30er und 40er Jahre:
- Die große Marienglocke wird beschlagnahmt und die kleine Glocke unbrauchbar gemacht.
- Das Tabernakel wird erneuert.
- Ein großes Holzkreuz wird geweiht.
- Die Turmuhr erhält einen elektrischen Anschlag.
- Die neugothische Kanzel wird abgebaut (Anm.: Auf dem Bild von 1915 noch zu sehen). Die Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Holzplastiken der vier Evangelisten (Markus, Matthäus, Lukas und Johannes), die die Kanzel zierten, sind heute am Ambo aufgestellt. [???]

 - 1944 -   [nach oben]

21.04.: Die Kirche wird bei einem Bombenangriff am Dach schwer beschädigt und alle Kirchenfenster gehen zu Bruch. Das neben der Kirche gelegene Pfarrhaus wird fast völlig zerstört. [???]

 - 1945 -   [nach oben]

19.04.: Die Kirche wird durch zwei Granatentreffer weiter beschädigt: Ein Teil der Vorderfront der Kirche, die Orgel und Teile des Hochaltars werden zerstört. [???]

 - 1949 -   [nach oben]

Februar: Eine neue Orgel wird geweiht. Sie ist kein Neubau, sondern wird aus Resten verschiedener anderer alter Orgeln zusammengesetzt. Als eine der ersten wieder spielbaren Orgeln der Stadt nach dem Krieg wird sie gut 50 Jahre lang ihren Dienst tun.
Anm.: Nach der Wende ersetzt durch eine neue Orgel der Firma Eule. [???]

 - 1950 -   [nach oben]

Da der Kirchturm mit Schiefer gedeckt ist, wird das Kirchendach entsprechend umgedeckt. [???]

 - 1953 -   [nach oben]

Die Erfurter Künstlerin Hildegard Hendrichs übergibt eine von ihr geschaffene Holzplastik "Mutter Gottes mit Kind". [???]

 - 1956 -   [nach oben]

Neue Seitenfenster werden eingesetzt, entworfen vom Magdeburger Künstler Walter Schneider und dessen Sohn. [???]

 - 1957 -   [nach oben]

12.12.: Durch unsachgemäße Schweißarbeiten gerät der Kirchturm in Brand und wird stark beschädigt. [???]

 - 1959 -   [nach oben]

Juni:  Einbau der Seitentür und Richtfest des neuen Turmes. [???]

Jahresende: Als Leihgabe des Berliner Bodemuseums wird ein geschnitzter Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert aufgestellt, der Maria mit den 14 Nothelfern zeigt. [???]

 - 1963 -   [nach oben]

Die Kirche erhält eine von der Erfurter Künstlerin Hildegard Hendrichs geschaffene Statue des heiligen Josef. [???]

 - 1965 -   [nach oben]

Weitere Werke Hendrichs sind die Kupfertreibarbeiten an der seitlichen Kirchentür und die Pietà.
Anm.: Die Pietà ist eine Darstellung Marias mit dem Leichnam Jesu Christi.
Besonders an dieser Arbeit ist eine stehende Darstellung der Maria. Üblicherweise wird sie sitzend dargestellt, mit dem Leichnam Jesu auf ihren Knien gebettet.
[???]

 - 1993 -   [nach oben]

Die 1949 aus Teilen verschiedener alter Instrumente zusammengesetzte Orgel wird durch eine Neuanfertigung der Firma Eule (Bautzen) ersetzt und durch den Magdeburger Bischof Leo Nowack geweiht. [???]

Die Kirche St. Marien wird als "dreischiffige neugotische Basilika" in das Denkmalverzeichnis der Stadt Magdeburg aufgenommen. [???]

 - 1996 -   [nach oben]

Weihe des neuen Gemeindehauses (Piushaus) auf dem Kirchengrundstück. [???]

 - 2009 (?) -   [nach oben]

Die Pfarrgemeinden St. Marien und Maria Hilfe der Christen (Ottersleben) werden zusammengelegt zum Gemeindeverbund Magdeburg Süd.
Rückläufige Mitgliederzahlen zwingen die katholischen Gemeinden zu reagieren. [???]

 - 2010 -   [nach oben]

November: Der katholische Gemeindeverbund Magdeburg Süd einigt sich auf ihren neuen Namen "Gemeinde St. Maria". [???]

21.11.: (Kath.: Hochfest Christkönig, ev.: Totensonntag)
Pfarrer Günther Brozek (69, St. Marien) wird von der Gemeinde in den Ruhestand verabschiedet.
Der Magdeburger Bischof Dr. Gerhard Feige hatte sein Gesuch angenommen und ihn aus gesundheitlichen Gründen von allen Pflichten des Kooperators und Domkapitulars entbunden und zum 01.01.2011 in den Ruhestand versetzt. Alleiniger Pfarrer des Gemeindeverbundes ist nun Pfarrer Christian Grubert. [Pfarrbrief 12.2010 / 01.2011, S. 7f]

 - 2015 -   [nach oben]

01.08. (?): Pfarrer Grubert geht in den Ruhestand. Die Nachfolge ist noch nicht geklärt. [???]

Quellen:

Fundstellen:

Kunstwerke
Das Kruzifix aus der Zeit der dreißiger Jahre ist eine spätexpressionistische Arbeit des Künstlers Morrmann aus Wiedenbrück. Das Kreuz ist ursprünglich für die Gemeinde St. Marien in Magdeburg-Sudenburg konzipiert gewesen, 1959 jedoch nach Magdeburg in die St. Andreas-Kirche gegeben worden.
Quelle: http://www.augustinuspfarrei.de/front_content.php?idcat=523


Der erste in Sönnern tätige Geistliche ist der aus Siegen stammende Paul Thelen, der in der Zeit vom 28.7.1897 drei Wochen lang die Kirchengemeinde betreut, den Gottesdienst einrichtet und die Schulmesse hält. Anschließend geht er nach Büderich, wo er Nachfolger des Herrn Vikars Maas wird. Nach seinem Weggang halten die Franziskanerpatres aus Werl den Gottesdienst, bis die Stelle in Sönnern mit Karl Jelkmann fest besetzt wird.

20.04.1898 bis 04.09.1898 Vikar Karl Jelkmann
* 6.3.1869 in Wadersloh
Karl Jelkmann kam im April 1898 aus Gelsenkirchen nach Sönnern und wurde im September desselben Jahres schon nach Magdeburg-Sudenburg versetzt.
+ 22.11.1927

Quelle:
Christian Laws: "Sie hinterließen viele Spuren", aus der Festschrift "100 Jahre Kirchengemeinde St. Antonius Sönnern"
link: http://archive.is/U3Rj#selection-187.0-243.118

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aktualisiert: 24.08.2015