Die Geschichte der Kirche(n) St. Ambrosius

Die 2. Kirche: nach 1213 bis 1550

Vorwort:
Nach der Zerstörung des suburbiums im Jahre 1213 wurde der Wiederaufbau, veranlasst durch  Erzbischof Gero, zügig durchgeführt. Auch die Ambrosiuskirche entstand an ihrem alten Standort neu, nahe des Südtores der noch im Bau befindlichen ersten Magdeburger Stadtmauer. Das Jahr der Fertigstellung der Kirche ist leider nicht überliefert, muss aber zwischen 1213 und 1288 gelegen haben.

Chronik:

 - 1281 -   [nach oben]

Erste urkundliche Erwähnung des heutige Names "Sudenburg". [UBM1, S. ???]

 - 1288 -   [nach oben]

18.08.: Die wiederererrichtete Kirche St. Ambrosius wird erstmals urkundlich erwähnt:

"Magister Barthold, Pfarrer zu S. Ambrosii in der Sudenburg, und Magister Barthold, Pfarrer zu S. Katharinen in Magdeburg, sind Zeugen, als Johannes von Wanzleben gegen eine jährliche Leibrente den Deutschorden mit zwei von ihm erkauften Hufen Landes zu Gross-Mühlingen nebst sieben Hofstätten daselbst bewidmet."  [UBM1, S. 89]
Anm.: Die Namensgleichheit der Pfarrer kann Zufall sein, ein Übertragungsfehler, oder ein Fehler in der Urkunde selbst. "Barthold" für S. Ambrosii könnte falsch sein (siehe 20.02.1295: Pfarrer ist Hermann).

 - 1295 -   [nach oben]

20.02.: Magister Bertold, Pfarrer von S. Katharinae, und Hermann, Pfarrer von S. Ambrosii in Magdeburg, sind unter den Zeugen bei dem Verkauf einiger Güter in Groß-Weddingen an das Kloster S. Agnes seitens des Stifts Halberstadt. [UBM1, S. 104]

 - 1308 -   [nach oben]

28.04.: Heyno de Ascharia und Ludwig, Prokuratoren der Kirche S.Ambrosii in der Sudenburg ("Sudenborch"), bekennen, dass sie mit Zustimmung des Pfarrers Alward dem Propst Christian und dem Kloster Althaldensleben für 6 Mark eine halbe Hufe in Domersleben verkauft haben. [UBM1, S. 131]

 - 1354 -   [nach oben]

09.03.: Der Antoniter-Abt Peter aus der Diöcese von Vienne transsumiert eine Urkunde des Erzbischofs Otto vom 26.07.1353, durch welche dieser die Kirche S. Ambrosii in der Sudenburg dem Antoniterkloster zu Lichtenburg bei Prettin inkorporiert. [UBM1, S. 267]

 - 1360 -   [nach oben]

01.05.: Erzbischof Otto verleiht den angesehenen Antonitermönchen des Hospitals St. Antonii in Lichtenburg (bei Prettin) das Patronatsrecht der Pfarrkirche St. Ambrosii. Die Kirche "...in suburbio civitatis..." wird daraufhin zusätzlich dem Namensgeber der Mönche geweiht, dem heiligen Antonius.
Von nun an heißt sie St. Ambrosii und Antonii. [UBM1, S. 280ff]

 - 1390 -   [nach oben]

Erzbischof Albrecht vermacht testamentarisch den Magdeburger Klöstern und Kirchen, darunter St. Ambrosii und St. Michaelis, je 2 Schillinge zur Abhaltung von Seelenmessen. [UBM1, S. 422],[Wüst, S. 260]

 - 1452 -   [nach oben]

10.07: Mitunterzeichner eines Briefes an den päpstlichen Stuhl ist der Pfarrer der Kirche S. Ambrosii in der Sudenburg: Johann Millingsdorf. [UBM2, S. 648]

 - 1458 -   [nach oben]

29.06.: Peter Grabouw, Schuhmacher und Bürger der Sudenburg, verkauft an die Domvikare mit Zustimmung seiner Frau Adelheid und mit Erlaubnis des Rates der Sudenburg und Tile Wittelosen und Peter Schapsdorps, Bürger und Kirchmeister von S. Ambrosii, einen jährlichen Zins von 2 Schock Kreuzgroschen von seinem Hause am Ambrosiuskirchhof, das vierte vom Rathaus aus gelegen, wiederkäuflich für 32 Schock Groschen. [UBM2, S. 722]

 - 1472 -   [nach oben]

22.12: Erzbischof Johann bestätigt die Errichtung des Altars des Heiligen Kreuzes vor dem Chore der Kirche S. Ambrosii und Antonii in der Sudenburg und die Bewidmung desselben mit 16 Gulden jährlich aus der Stadt Halle seitens Johannes Molitoris, des Presbyters Tilemann Krebis und des verstorbenen Hettstädter Bürgers Nicolaus Slaggentriber. [UBM3, S. 89]

 - 1473 -   [nach oben]

23.07.: Erzbischof Johann bestätigt die Errichtung und Ausstattung eines Altars zu Ehren der Jungfrau Maria in der Kirche St.Ambrosii in der Sudenburg.
Die Ausstattung des Altars erfolgt mit folgenden Gütern: 

[UBM3, S. 96f],[Wüst, S. 39,369]

 - 1478 -   [nach oben]

26.02.: Erzbischof Ernst bestätigt die Gründung eines Altars des heiligen Johannes Bapt., Stephan und der heil. Gertrud in der Kirche S. Ambrosii in der Sudenburg seitens des Bürgers Johannes Dufel daselbst und seiner Ehefrau Christine, sowie die Bewidmung des Altars mit verschiedenen Zinsen aus Gütern in Altenweddingen, Pöteritz, Westerhüsen, Gross- und Klein-Salbke, aus dem Hause Johannes Dufels in der Sudenburg, dem Hause Johannes Nabacks ebendaselbst und einem Hause in S. Michael, mit Zustimmung des Pfarrers Donat Malentitz. [UBM3, S. 139]

 - 1479 -   [nach oben]

05.03.: Abt Andreas zu Berge belehnt Heinrich Moller, Vikar des Altars S. Johannes des Täufers in der Kirche S. Ambrosii in der Sudenburg, mit 3 Vierteln Landes auf Altenweddinger Flur, welche Hans Düvel dem genannten Altar gegeben hat und welche dem Kloster jährlich 8 Schilling Zins tragen. [UBM3, S. 155]

05.03.: Der Pfarrer Donatus Malentitz und die Vorsteher der Kirche S. Ambrosii in der Sudenburg, Hans Kollepel und Meister Claus, bezeugen, dass dem Altar des heiligen Kreuzes in ihrer Kirche eine Wiese in Gruneberg, die Dorfstätte genannt, von Henning Hoszen Witwe geschenkt ist, von welcher dem Kloster U.L.Fr. zu Magdeburg 3 Schillinge jährlichen Zinses und für die jedesmalige Belehnung 10 Schillinge zu entrichten sind. [UBM3, S. 168]

 - 1480 -   [nach oben]

17.07.: Abt Andreas zu Berge bekundet, dass der Bürger Hans Velpennig und seine Frau Zacharia den Vorstehern der Kirche S. Ambrosii in der Sudenburg zu Händen des Altaristen des Altars des heiligen Kreuzes oder S. Thomas genannt in derselben Kirche 2 alte Schock jährlicher Rente aus ihrem Salzkot zu Sülldorf, belegen allernächst der luttken taferne wiederkäuflich für 15 Gulden verkauft hat. [UBM3, S. 186]

 - 1490 -   [nach oben]

Donatus Melentcz, Pfarrer in der Sudenburg, bittet den Rat von Zerbst für seine Muhme, die Frau Hawmeters, die von ihrem Manne weggejagt und mit beleidigenden Worten beschimpft ist. Er bittet, Hawmeter zu veranlassen, dass er seine Frau für seine eheliche Frau hielte. [UBM3, S. 412]
Anm.: Aus dem Stadtarchiv Zerbst, Pfarrer von St. Michaelis?

September: Der Pfarrer der Ambrosiuskirche, Stephan Pund ersucht den Rat von Zerbst um Auslieferung eines Erbes an seine Kirche. Anm.: Zeitangabe "des sunabendes nach Mauricii"
[UBM3, S. 411]
Urkundentext: 1490_ErbeAnAmbrosius.doc

 - 1491 -   [nach oben]

Abt Andreas zu Berge bekundet, dass Albrecht Stein an Drewes thor Westen und Peter Frangke, Vorsteher der Kirche S. Ambrosii in der Sudenburg, einen halben Gulden für 10 Gulden wiederkäuflich verkauft hat. [UBM3, S. 439]

 - 1493 -   [nach oben]

27.04.: Erzbischof Ernst bestätigt die Schenkung von 20 Gulden jährlich zu einem geistlichen Benefizium beim Altar S.Antonii in der Kirche S. Ambrosii in der Sudenburg, welche durch den Pfarrer Johannes Specht, Ordin. S. Antonii, Nicolaus Theus, früher Pfarrer zu Gross-Weddingen, und Johannes Ritter, Bürgermeister der Sudenburg, geschehen ist. [UBM3, S. 467]

 - 1494 -   [nach oben]

10.03.: Abt Andreas zu Berge bekundet, dass Kersten Slevenitz zu Dodendorf an Hans Lene, Hans Wernecke und Jacob Brake, Bürger und Vorsteher der Brüderschaft U.L.Fr. in der Kirche S. Ambrosii in der Sudenburg, zum Behuf genannter Brüderschaft 13 Scheffel Weizen jährlicher Rente aus zwei Hufen Landes in Dodendorf für 30 Gulden wiederkäuflich verkauft hat. [???]

 - 1516 -   [nach oben]

Neben den beiden Dompredigern D. Johann Scheyring und Andreas Kaurdorf predigte auch der Pfarrer an der Kirche St. Michaelis in der Sudenburg, Ludolph Castrick schon vor Luther (1524), und auch nachher, öffentlich wider den Ablasshandel und ermahnte seine Zuhörer, nur bei Christus Ablass oder Vergebung ihrer Sünden zu suchen. Auch sagte er vorher, dass der "Ablasskram" in Kürze durch irgend eine Kirchenverbesserung ein Ende nehmen werden. Für diese Überzeugungen wurde er von den Katholiken verfolgt. Über den Verbleib Castricks ist leider nichts überliefert, wahrscheinlich wurde er aus Sudenburg vertrieben. Er wird in Kettners "Magdeburger cleri" als erster evangelischer Pfarrer der Sudenburg geführt. [???]

 - 1524 -   [nach oben]

Spätestens mit dem Besuch Martin Luthers setzt sich die Reformation endgültig in Magdeburg durch. Auch die Mehrheit der Bevölkerung der Sudenburg ist lutherisch gesinnt. Durch den großen Einfluss des Erzstifts und der Nähe zum Prälatenberg mit den Domherrenkurien bleibt die Ambrosiuskirche aber weiterhin unter katholischem Einfluss. Die reformatorischen Bestrebungen konzentrieren sich in der Sudenburg zunächst hauptsächlich auf die den Domherrenkurien entfernter liegende Kirche St. Michaelis. [???]

 - 1544 -   [nach oben]

In Sudenburg wird der katholische Gottesdienst abgeschafft. Zwei Jahrzehnte nach den Altstadtpfarrgemeinden wird gegen den Willen des Domkapitels der erste evangelische Pfarrer der St. Ambrosius-Gemeinde gewählt: Der Rektor der Altstädter Schule, Joachim Woltersdorf. [???]

 - 1546 -   [nach oben]

Die Ambrosiuskirche wird von den Magdeburgern abgerissen.
Um Bauflächen für neue Befestigungsanlagen zu gewinnen, reißen die Magdeburger auf Sudenburger Territorium Gebäude ab. 1545 hatte es bereits das Kloster der Karmeliter getroffen, in diesem Jahr folgten mehrer Sudenburger Häuser, einige Kurien der Domherren auf dem "Prälatenberg" und die nahe der Stadtmauer liegende Pfarrkirche St. Ambrosii.

Die auf dem Kirchhof und in der Kirche noch vorgefundenen "noch nicht ganz verwesten Leichen wurden anderswohin begraben". Die Steine des Klosters und der Kirche wurden in den Befestigungswerken verbaut. Den Sudenburgern wurde zum Gottesdienst nun die Kirche St. Sebastian angewiesen. [Rathmann, ???]

 - 1550 -   [nach oben]

Während der Belagerung Magdeburgs durch Kaiserliche Truppen unter Moritz von Sachsen wir die komplette Sudenburg von den Magdeburgern zerstört, um sie nicht dem Feind zu seinem Vorteil zu überlassen, wie zuvor mit der Neustadt geschehen. [???]

Quellen:

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aktualisiert: 24.08.2015