Die Geschichte der Kirche(n) St. Ambrosius

Die 4. Kirche: 1631 bis 1812

Vorwort:
Die weiteren Kriegshandlungen des Dreißgjährigen Krieges nach der Zerstörung Magdeburgs machten einen Wiederaufbau der Sudenburg unmöglich. Auch wollten die Magdeburger mit allen Mitteln den Aufbau verhindern. Mit Ende des Krieges 1648 wurde das Aufbaurecht der Sudenburg vom Reichstag bestätigt. Zu einem Aufbau kam es aber wegen dem geplanten Ausbau Magdeburgs zur Festungsstadt vorerst trotzdem nicht. Die Sudenburg lag größtenteils wüst. Erst Anfang der 1880er Jahre, 50 Jahre nach der Zerstörung, begann mit der Ansiedlung von Pfälzer Glaubensflüchtlingen ein planmäßiger Wiederaufbau. Zunächst entstand eine Siedlung auf dem Gebiet des Fleckens St. Michael, später wurden auch die verbliebene Sudenburger Stadtfläche neu bebaut. Die Sudenburg war dem Pfarrbezirk des Magdeburger Doms zugeordnet. Eine neue eigene Kirche bekam Sudenburg erst 1723, 92 Jahre nach der Zerstörung.

Chronik:

 - 1722 -   [nach oben]

Grundsteinlegung für die (4.) Kirche St. Ambrosii, am 06.08.1722,
erst 91 Jahre nach der Zerstörung (1631) der alten Ambrosiuskirche. Angeregt wurde dieser Bau 1722 vom Regierungsrat und Möllenvogt Dürfeld, der den frommen König Friedrich Wilhelm I. von seiner Idee begeisterte. Der König selber bestimmte sogar den Bauplatz. Nach Hertel wurde Dürfeld für sein Engagement vom König sogar in den Adelsstand erhoben. Nachdem die Pläne gefertigt und der Termin der Grundsteinlegung festgesetzt war, erhob das Domkapitel Einspruch gegen den Bau, weil die Sudenburg seit 1631 dem Dom incorporiert sei. Diese Schwierigkeiten wurden vom Generalsuperintendenten des Herzogtums Magdeburg, Abt Breithaupt vom Kloster Berge, ausgeräumt, der auch Patron der Kirche St. Ambrosii wurde. Der Grundstein wurde nun in Beisein des Geheimen Rats von Dürfeld gelegt, wobei Breithaupt die Rede hielt.

Die ersten Kosten wurden durch eine Schenkung Dürfelds und eine bei dieser Feier veranstalteten Kollekte gedeckt. Die Baumaterialien für die geplante Fachwerkkirche wurden auch gespendet. Das Holz spendete der Gouverneur von Magdeburg, Herzog Leopold von Dessau. 20 Eichen spendete der Dompropst Herzog Heinrich von Barby. Das Kloster Berge gab ebenfalls Holz und die Steine für die Ausfachungen. Sie stammten von der bei der Eroberung eingerissenen Klosterkirche und waren bis dato für eine Gartenmauer verwendet worden. 10 Maurergesellen aus dem Vogtland, die am Bau der Magdeburger Befestigungsanlagen eingesetzt waren, mauerten unendgeldlich die Ausfachungen, täglich 2 Stunden nach ihrem Feierabend. [???]

 - 1723 -   [nach oben]

Am 05.12., dem 2. Advent 1723 wird die neue Kirche St. Ambrosii eingeweiht.
Die erste Predigt hielt Abt Breithaupt vom Klosters Berge über Luc. 21.

Erster Pastor wurde Friedrich Christian Schreiber. (* 09.05.1690, † ??.04.1761), der bereits 1722 nach Sudenburg berufen wurde und bis zur Fertigstellung der Kirche in der Kapelle des St. Georgenhospitals (Siechenhof) Predigten für die Sudenburger hielt.
Bei Gründungsarbeiten Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Grundstein der 1812 abgebrochenen Kirche gefunden, in den eine mit Inschrift versehene Zinnplatte eingelegt war. Als Fundort gibt Hertel das Haus Nr. 263 am "verlängerten" Breiten Weg an. Auf der Platte stehen in lateinischer Schrift u.a. das Datum der Grundsteinlegung und die Namen der Männer, die sich um den Bau der Kirche verdient gemacht haben. Die Kirche besaß noch drei andere Inschriften, die sich abgedruckt im "Kettner'schen clerus" finden lassen. [???]

Die vierte Kirche St. Ambrosius
Bildquelle: AKPS, Rep J3, Nr. 796

 - 1761 -   [nach oben]

Christoph Friedrich Goldbeck (* 29.07.1726, † 13.08.1762) wird neuer Pfarrer von St. Ambrosii, verstirbt aber bereits ein Jahr später. Er wird nur 36 Jahre alt. [???]

 - 1763 -   [nach oben]

Andreas Balthasar Köppe (* 1733, † ????) wird Nachfolger des verstorbenen Pastors Goldbeck in St. Ambrosii. [???]

 - 1812 -   [nach oben]

Per Dekret vom 19.02.1812 befielt der französische Kaiser Napoleon den kompletten Abriss der Sudenburg bis zum 01.04.1812, um Schussfreiheit für die Festung Magdeburg zu erhalten.
Die 4. Kirche St. Ambrosius wird zerstört. [???]

Quellen:

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aktualisiert: 24.08.2015