Die Geschichte der Kirche(n) St. Ambrosius

Die 5. Kirche: 1822 bis 1875

Vorwort:
Eine Kirche ist in der französichen Planung der Neuanlage der Sudenburg nicht vorgesehen. Pfarrer Mevius dient der Gemeinde nun als Prediger. Für die Gottesdienste muss improvisiert werden. Nach Abzug der Franzosen 1814 wird für den Gottesdienst ein Beetsaal eingerichtet, der von der preußischen Krone finanziert wird.

Chronik:

 - 1818 -   [nach oben]

Mit anwachsender Bevölkerung wurde der Ruf nach einer eigenen Kirche für die neue Stadt Sudenburg immer lauter. Es begann ein reger Schriftwechsel zwischen der Sudenburger Bürgerschaft und der königlichen Regierung von Magdeburg. Schließlich wurde der Bau vom preußischen König Friedrich Wilhelm III genehmigt. Auch die Baukosten wurden vom Preußischen Staat übernommen, so dass den Bürgern der jungen neuen Sudenburg keine Lasten auferlegt wurden.
Als Bauplatz wurde der Marktplatz festgelegt, der heutige Ambrosiusplatz.

Geplant wurde ein einfaches, turmloses Kirchengebäude mit einem rechteckigen Grundriss von 23,55 x 11,46 m, was für die noch geringe Bevölkerung des neuen Sudenburg ausreichend erschien. Die Kirche wurde von einem deutschen Kreuzgewölbe überspannt, das von sechs Säulen getragen wurde. Die Säulen teilten die Kirche in ein Mittelschiff und zwei kleine Abseiten. Der Haupteingang war zur Hauptstraße ausgerichtet, der heutigen Halberstädter Straße. Ihm gegenüber lag der Altar, der aus einem einzigen Block Wormsdorfer Sandstein gefertigt und mit einer polierten Platte aus braunem Marmor abgedeckt war. Geschmückt war der Altar mit einem einfachen gusseisernen Kruzifix und zwei dazu passenden Kerzenleuchtern. Im Inneren ausgeschmückt wurde dieser eher schlichte Bau durch Verzierungen am Kirchengestühl, den Kapitellen, Konsol- und Schlusssteinen, die sich "blassaschgrau" vom weißen Hintergrund abhoben. Die Pläne der Kirche wurden vom Baurat Mellin erstellt. Benannt wurde die Kirche, wie auch die Vorgängerbauten, nach dem heiligen Ambrosius, der im 4. Jahrhundert Erzbischof von Mailand war. [???]

 - 1822 -   [nach oben]

13.10.: Einweihung der neuen (5.) Kirche St. Ambrosius.
Die Einweihungspredigt hielt der Konsistorial- und Schulrat und Domprediger Johann Friedrich Wilhelm Koch, der ein gebürtiger Sudenburger war. Die Weihe begann mit dem Auflegen einer großen Baseler Bibel auf den Altar, den sie fortan zierte.
In seiner Predigt berichtete er unter anderem, wie er aus dem Fernster seiner Wohnung nach und nach die Häuser der alten Sudenburg versinken sah, auch sein Vaterhaus und die Ambrosiuskirche. [???]

 - 1826 -   [nach oben]

Die Kirche erhält eine von der Firma Hamman (?) gebaute Orgel mit 13 Registern auf 2 Manualen. Eingebaut wird sie auf einer Empore hinter dem Altar. [???]

 - 1832 -   [nach oben]

Pfarrer Wilhelm Otto (1832 - 1849) tritt die Nachfolge von Pfarrer Mevius an, der 53 Jahre lang der St. Ambrosiusgemeinde als Geistlicher gedient hatte. [???]

 - 1850 -   [nach oben]

Pfarrer Karl Runge (1850 - 1850) folgt Pfarrer Otto nach. Nach nur 2 1/2 Monaten im Amt stirbt er an der Colera. [Hirsch]

 - 1851 -   [nach oben]

Carl Hirschberg (1851 - 1867) wird neuer Pfarrer der St. Ambrosiusgemeinde. [Hirsch]

 - 1868 -   [nach oben]

Johannes Hesekiel (1868 - 1886) wird Nachfolger des aus der Gemeinde ausgeschiedenen Pfarrers Hirschberg. [Hirsch]

 - 1870 -   [nach oben]

Da die Bevölkerung Sudenburgs inzwischen sprunghaft angewachsen war, zum Zeitpunkt der Eingemeindung Sudenburgs 1867 waren es bereits ca. 6.500, wurde die Kirche inzwischen als zu klein empfunden und man wünschte sich einen größeren Neubau, für den sich die Kirchengemeinde und in besonderem Maße Pastor Hesekiel einsetzten. Nachdem die Finanzierung gesichert und der Neubau genehmigt war, waren die Tage der kleinen 5. Kirche St. Ambrosius gezählt. [???]

 - 1875 -   [nach oben]

28.02.: Um 9:00 Uhr fand ein Abschiedsgottesdienst in der St. Ambrosiuskirche statt, dem um 12:30 noch ein Festmahl folgte. Um 16:00 Uhr wurde das kleine Gotteshaus für immer geschlossen.
Nach nur 52 Jahren ihres Bestehens wurde die Kirche nun abgerissen und so der Platz für eine neue, größere Kirche geschaffen.

Bereits am 11.06.1875 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue, heutige Kirche St. Ambrosius. [???]

Quellen:

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aktualisiert: 24.08.2015